Der Aarmatte-Kanal leitet das geklärte Wasser von der ARA Region Grenchen in die Aare und sorgt auch für die Entwässerung und Spülung der landwirtschaftlichen Drainagen in der Witi. Je nach Aarestand und Niederschlag liegt allerdings der Pegel des Kanals unterhalb des Aarepegels, das heisst, das Wasser muss mittels vier elektrischer Pumpen in die Aare befördert werden. Bis zu 5,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde kann die Anlage so in die Aare pumpen.

Wenn der Schieber offen ist und der Kanal ungehindert in die Aare fliesst, schwimmen auch viele Fische hinein, weil dort das Wasser wärmer ist und das Nährstoffangebot grösser. Wenn dann der Schieber geschlossen werden musste und die Pumpen ihren Betrieb aufnahmen, waren die Fische gefangen bzw. kamen in der Pumpe ums Leben.

Lösung seit langem diskutiert

«Die Problematik und allfällige Lösungen haben wir mit Fischereivertretern seit Jahren diskutiert», erklärt Heinz Luginbühl, Geschäftsführer der ARA Regio Grenchen. Die Investitionen wären vom Betrag her aber in keinem Verhältnis zum Nutzen gestanden.

«Jetzt aber musste das Pumpwerk aus dem Jahr 1971 saniert werden und wir haben eine Lösung gefunden», sagt Roland von Arx von der Alpiq Hydro Aare AG, die zwischen Grenchen und Flumenthal mehr als ein Dutzend, meist kleinere Pumpwerke zum Wasserniveau-Ausgleich betreibt.

Sie besteht im Einbau von neuartigen Pumpen, die sich langsamer drehen, sodass die Fische überleben, auch wenn sie «mitgepumpt» werden. Zwei der vier Pumpen wurden bei der Sanierung ersetzt. Die sieben Tonnen schweren Ungetüme haben je 36 kW Leistung und fördern je 1,1 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Die fischschonenden Pumpen, die sogar in Fischfarmen zum Transport von Fischen eingesetzt werden, würden künftig für fast alle Fälle genügen, heisst es. Die zusätzlichen alten Pumpen kommen nur noch selten zum Einsatz, wenn es wirklich sehr viel Wasser gibt.

Alpiq zahlt einen Drittel

Der Umbau des Pumpwerks zur «fischfreundlichen» Anlage kostete 1,1 Mio. Franken, bedeutend weniger als zunächst veranschlagt. Sie umfasste auch eine Sanierung der Aussenhülle der Pumpstation sowie eine Erneuerung der Steuerungsanlage.

Die Kosten wurden zu zwei Dritteln vom ARAVerband und zu einem Drittel von der Alpiq Hydro Aare AG getragen.