Stadtbummel

Zum Glück gibts die Feuerwehr

Die Feuerwehr Grenchen löschte einen Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus.

Die Feuerwehr Grenchen löschte einen Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus.

Haben Sie sich auch schon gefragt, wieso wir denn so viel Geld ausgeben für neue Feuerwehrleitern, Einsatzfahrzeuge, Feuerwehr-Ausrüstungen etc. – Ich auch.

Aber jetzt nicht mehr. Diese Woche hat es im Keller unseres Mehrfamilienhauses gebrannt. Wie froh waren wir alle, dass die Feuerwehr bald da war und dem Spuk rasch ein Ende setzte. Zwar sagt meine Frau, ich rieche immer noch wie ein Rauchwürstchen, aber das liegt (hoffentlich) nur an meinen Kleidern. Sie kommen jetzt nach und nach in die Reinigung oder auf den Balkon zum Lüften.

Der Jahreswechsel ist ja immer wieder die Zeit, wo man sich so seine Gedanken macht. Diesmal schweiften sie nicht sehr weit, denn solche Ereignisse sind schon ein Stopper. Man wird an Elementares erinnert.

An das fliessende Wasser und die Kanalisation (die nicht mehr alle im Haus haben), an die Heizung (sie war im Keller …). Einfach an die kleinen Annehmlichkeiten des Alltags, die selbstverständlich geworden sind und es jetzt nicht mehr sind. Wenn auch nur für ein paar Tage – hoffentlich.

Aber das sind alles Peanuts. Wenn ich an die Feuerwehrleute denke, die wohl auch in der Altjahreswoche lieber ein paar Tage ungestört mit der Familie verbringen. Speziellen Respekt habe ich vor dem Atemschutztrupp, der als Erster bei praktisch null Sicht in den Keller hinab musste und nicht wusste, was ihn dort erwartete.

Immer wieder müssen sie in Tiefgaragen hinab, und dort, wir erinnern uns, ist ihren Kollegen schon Schreckliches zugestossen. Das muss man dann wohl einfach verdrängen, um zu funktionieren.

Dieser Tage ist etwas der Wurm drin in Grenchen. Aber alle hatten wir relativ Glück. Die Leute, die im Auto auf der Grenchenbergstrasse verunglückten, die Frau, die aus dem Fenster sprang und sich offenbar noch ziemlich rassig aus dem Staub machen konnte und wir mit unserem Brand.

Apropos. Die Frau sei aus dem 4. Stock gesprungen, heisst es. Ich kann es drehen und wenden wie ich will. Ich zähle bei diesem Haus nebst dem Parterre drei Geschosse. Vielleicht ist sie aufs Dach geklettert?

Oder bei uns wird schleichend die amerikanische Zählung der Geschosse eingeführt. Oder, und das würde mich auch nicht überraschen: Für manche wird, wenn in Grenchen etwas passiert, alles immer einen Tick schlimmer, als es
ist. Doch daran haben wir uns gewöhnt.

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