Stadtpräsident François Scheidegger zeigte sich anlässlich der Vernissage denn auch stolz auf die Publikation, «die meines Wissens im Kanton einzigartig ist und um die uns andere auch beneiden.» Der Stadtpräsident dankte der Redaktionskommission unter der Leitung von Thomas Schärli für die geleistete Arbeit, ebenso den Behörden, welche die finanziellen Beiträge sprechen – «diese bleiben unangetastet auch in einem Umfeld, in dem alle vom Sparen reden», wie Scheidegger betonte. Auch eine Reihe von privaten Sponsoren wurden verdankt.

Jährlich seit 1972

Thomas Schärli verwies auf den reichhaltigen Fundus des Wissens, den das seit 1972 erscheinende Jahrbuch inzwischen enthalte und damit eine gute Ergänzung sei zu Wissensdatenbanken wie das Stadtwiki. Alle (älteren) Ausgaben des Jahrbuches sind unterdessen auch im Internet einsehbar.

Das Titelbild von Claude Barbey.

Das Titelbild von Claude Barbey.

Als Gastreferent orientierte Daniel Kauz, Projektleiter der Grenchner Stadtgeschichte, dass das Oeuvre, an dem nun schon vier Jahre gearbeitet wird, «in der zweiten Hälfte Februar» ausgeliefert wird. Kauz verglich die beiden Publikationen, Stadtgeschichte und Jahrbuch, mit den je eigenen Besonderheiten, welche sich ergänzen.

«Historiker gehen in der Regel zu den Originalquellen und konsultieren Zeitzeugen.» Nicht immer sei dies möglich und deshalb habe man auch bei der Stadtgeschichte immer wieder von Beiträgen in den Jahrbüchern profitieren können. Die Stadtgeschichte zeige die grossen Zusammenhänge auf und können für die Details auf das Jahrbuch verweisen. Dazu würden auch immer wieder punktuelle Episoden erzählt, welche in der Stadtgeschichte keinen Platz hätten. «Wenn man nur schon an die Fülle der Firmen und Vereine in Grenchen denkt, wird das sofort klar», meinte Kauz. «Mit seinem Erscheinungsrhythmus bewegt sich das Jahrbuch nahe am Zeitgeschehen, während die Stadtgeschichte die Entwicklung einordnen kann». Dies werde beispielsweise deutlich beim Blick auf die Uhrenkrise.

Künstlerische Gestaltung

Die Umschlagbilder des Jahrbuches wurden zum zweiten mal von Claude Barbey gestaltet und stehen unter dem Motto «Jugend und Alter». Verschiedene zwischen den Artikeln eingestreute Illustrationen stammen von Mario Castori. Gut 30 eigenständige Beiträge enthält das Grenchner Jahrbuch, dazu einige Nachrufe und Statistiken sowie eine mehrseitige Chronik der städtischen Ereignisse.

Ausführlich in drei Beiträgen wird das Wahljahr 2017 in Grenchen gewürdigt, das eine bürgerliche Konsolidierung mit sich brachte. Die Lebensalter in Grenchen machen zwei Beiträge deutlich, die einerseits eine Umfrage bei den Senioren über ihre Lebensqualität in Grenchen thematisieren, anderseits wird die Frühe Förderung in den Schulen vorgestellt, welche aufgrund der Bevölkerungsstruktur in Grenchen das Augenmerk auf die Jüngsten richtet.

Portraitiert werden ferner Einzelpersonen wie Urs Wirth, der 20 Jahre lang in der Stadt politisierte, die neue Stadtbaumeisterin Drazenka Dragila-Salis, Hans Kohler (95), Sammler und Kulturpreisträger und Sportförderer Bruno Huber (80). Die neue Kunsthausleiterin Claudine Metzger stellt ihre Arbeit vor und Angel Rodriguez, der «Herr der Grenchner Kinosäle», wird ins Rampenlicht gestellt.

Das Jahrbuch ist für 20 Fr. an diesen Verkaufsstellen in Grenchen erhältlich: Buchhandlung Lüthy, Grenchen Tourismus/BGU-Büro; Kultur-Historisches Museum; Kunsthaus; Stadthaus; Kiosk Marktplatz sowie am Stand des Künstlerarchivs Grenchen am Grenchner Weihnachtsmarkt.