Grenchen

«Zuhause am Girardplatz»: Baumag erhält Gnadenfrist für 6 Monate

Baumag Generalbau AG erhält Gnadenfrist für 6 Monate. (Symbolbild)

Baumag Generalbau AG erhält Gnadenfrist für 6 Monate. (Symbolbild)

Die Baumag Generalbau AG stand heute vor dem Regionalgericht. Sie hatte ein Gesuch zur Nachlasstundung eingereicht. Eine Entscheidung, die auch für die Bauherrin 60 plus AG des Grenchner Projekts «Zuhause am Girardplatz» Folgen hat.

Das Gericht hat entschieden: Die Nachlassstundung wird für die Baumag Generalbau AG für sechs Monate gewährt, bestätigt das Regionalgericht. In dieser Zeit hat die Baumag AG die Möglichkeit, mit den Gläubigern zu sprechen und sich im Einzelfall zu einigen. Während des Nachlassverfahrens sind weder Konkurs noch Betreibung auf Pfändung oder Pfandverwertung möglich.

Zusätzlich hat das Gericht den von der Baumag vorgeschlagenen Sachverwalter genehmigt. Gegen diesen Entscheid kann zurzeit noch Beschwerde eingereicht werden. Die Baumag Generalbau AG will zurzeit keine Stellung zum Entscheid nehmen. Sie würden nun die Zeit nutzen, um alles genau anzuschauen, heisst es auf Anfrage der az. Durch den Einsatz des Sachverwalters würde die schuldenbehaftete Baumag ihrer Handlungsfähigkeit vorübergehend beraubt.

Der Baumag drohte der Konkurs, deshalb haben sie ein Gesuch um Nachlassstundung beim Regionalgericht eingereicht. (wir berichteten)

60 plus AG betroffen

Die Bauherrin 60 plus AG des Projekts «Zuhause am Girardplatz» in Grenchen, hat dem Totalunternehmer Baumag Generalbau AG bereits den grössten Teil des Geldes für den Bau überwiesen. Die Subunternehmer warten jedoch zum Teil immer noch auf ihren Lohn. Es soll sich um rund 3 Millionen Franken handeln, die noch fehlen.

Für die Bauherrin 60 Plus AG und deren Verwaltungsratspräsident Frank Schneider, wird nun dieser Entscheid des Gerichts sicherlich von Vorteil sein. Schneider war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wie es mit der Altersresidenz und den Subunternehmer weitergeht, bleibt abzuwarten. Immer noch unklar ist zudem, für welche Zwecke die Baumag AG das Geld von der 60 plus AG verwendet hat. Die 60 plus AG hat nämlich 20 Millionen Franken auf ein Credit Suisse-Konto überwiesen, das vertraglicherweise ausschliesslich für das Girardprojekt verwendet werden darf. Diese wurde jedoch offenbar für anderes eingesetzt.

Frank Schneider sagte vorgängig gegenüber der az, er wolle in diesem Fall Strafanzeige gegen unbekannt einreichen, wenn auch als ultima ratio.

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