Granges politiques
Zu wenig und zu viel Information

Marco Crivelli
Marco Crivelli
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In Grenchen wird das Glas heute nicht getrennt nach Farben gesammelt. Das reduziert die Rückvergütungen um ein Dreifaches. (Symbolbild)

In Grenchen wird das Glas heute nicht getrennt nach Farben gesammelt. Das reduziert die Rückvergütungen um ein Dreifaches. (Symbolbild)

Keystone

Das Thema Informationen beschäftigt uns immer wieder in unserem Leben. Wie viel Informationen wollen wir preisgeben oder hören. Oder wann muss ich mich vertieft Informationen beschaffen, bevor ich mich zu einem Thema äussere.

In der Samstagsausgabe dieser Zeitung konnten wir uns einen Leserbrief zu Gemüte führen, welcher sich mit den geplanten Glassammelstellen auseinandersetzte. An dieser Stelle wäre es besser gewesen sich im Vorfeld besser zu informieren.

Mit der heutigen Situation wird in Grenchen das Glas nicht getrennt nach Farben gesammelt. Dies reduziert die Rückvergütungen um ein Dreifaches. Weiter werden die Sammelstellen so angeordnet, dass die Container unterirdisch eingebaut werden, was auch das Thema der wilden Deponiegefahr reduzieren. Fahrten zu der Glassammelstelle beim Werkhof gibt es auch heute bereits recht viele.

Weiter gehe ich davon aus, dass die Einwohner von Grenchen die Fahrten zu den Glassammelstellen mit weiteren Besorgungen verbinden können und sich somit die befürchteten zusätzlichen Fahrten in einem beschränkten Rahmen halten werden. Es geht hier also in keiner Weise um blindes Sparen vonseiten der Stadt oder der Politik. Es geht vielmehr um eine Optimierung der heutigen Situation. Schliesslich kann das farbengetrennte Glas auch besser wieder in den Warenkreislauf eingebracht werden.

Im Vorfeld zur Gemeindeversammlung vom Dezember 2016 und auch im Anschluss daran konnten wir sehr viel über die kommenden Probleme des Kultur-Historischen Museums lesen, falls die geplanten Sparmassnahmen umgesetzt werden.

Dies ist ein Beispiel, bei dem für mich der Informationsgrad überschritten ist. Ja, diese Massnahmen gehen sicherlich nicht spurlos an der Institution vorbei, aber das wissen wir mittlerweile aus den verschiedensten Medienmitteilungen. Es ist auch berechtigt und legitim, dass man sich zugeführte Wunden lecken darf und soll. Aber es gibt auch den Punkt, bei dem man vorwärts schauen soll und vorwärts-gehen soll.

Es kann auch eine Chance sein, sich weiterzuentwickeln und neue Ideen umzusetzen, damit man das erreicht, was man möchte. Bisher bekam ich nur die Information, was nicht mehr gehen wird, jedoch keinerlei Information, was man dagegen machen könnte. Dies wäre eventuell auch ein Ansatz, bei dem der eine oder andere bereit wäre zu helfen.

Jeder Mensch hat ein anderes Informationsbedürfnis. Sei es, sich zu äussern oder sich informieren zu lassen. In den nächsten Wochen und Monaten werden die Verwaltung und die Politik weitere Massnahmen zur Optimierung der laufenden Rechnung diskutieren müssen.
Wir alle wollen das Beste für Grenchen und seine Einwohner. Es geht daher nicht um blinden Aktionismus oder blindes Sparen um jeden Preis. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Involvierte sich seiner Verantwortung bewusst ist und es gilt, die Konsequenzen einer Massnahme zu hinterfragen.

In diesem Sinne hoffe ich auf konstruktive Debatten in den nächsten Wochen und Monate und werde mich einsetzen, damit die Bevölkerung ausreichend darüber informiert wird, damit diese die geplanten Massnahmen auch verstehen kann. Auch hoffe ich, dass trotz Wahljahr die Sache im Vordergrund stehen wird und nicht die möglichst wirksame Positionierung von einzelnen Exponenten.

*Marco Crivelli, Gemeinderat CVP