Die ordentliche Gemeindeversammlung in Büren an der Aare ist am Dienstagabend abgebrochen und verschoben worden – weil zu viele Leute teilnehmen wollten. Es hatte zu wenig Platz. Rund 450 Personen drängten sich in die Mehrzweckhalle.

Eigentlich schien es gut geplant zu sein. Aufgrund des hohen Interesses an den Informationsveranstaltungen zum Kocher-Büetiger-Haus und zum Praxiszentrum in der Beunde ging der Gemeinderat eigentlich schon davon aus, dass viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erscheinen würden. Aus diesem Grund verlegte er extra die Versammlung vom Rathaus in die Mehrzweckhalle. Doch man hat sich getäuscht.

Es kamen nicht viele Bürenerinnen und Bürener. Sie kamen gar in Scharen. Traktanden über hohe Finanzinvestitionen haben sie massenhaft in die politische Arena gelockt. Insbesondere das Traktandum «Sanierung Kocher-Büetiger-Haus» dürfte Gegner und Befürworter dazu veranlasst haben, sich an die Gemeindeversammlung zu begeben.

Die Zustimmung zum 3,9-Mio.-Kredit für den Umbau und die Sanierung des denkmalgeschützten Objektes wird allgemein mit einer allfälligen Erhöhung der Gemeindesteuer in Verbindung gebracht. Bereits um 18.45 Uhr war jedoch klar, dass der Saal restlos überfüllt sein würde. Nachdem um 19 Uhr immer noch viele Interessierte eintrafen und sich die Leute an den Wänden entlang aufstellen mussten, meldete sich Hermann Käser, Präsident der Gemeindeversammlung, zu Wort.

Verärgerte Bürger

In den folgenden 16 Minuten liess Käser die Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen, welche ihrem Ärger Luft liessen. Nach einer erneuten Besprechung wurde entschieden, dass die Versammlung neu am 5. Dezember um 19 Uhr in der Turnhalle stattfinden soll.

Hermann Käser und der Gemeinderat haben sich mehrmals dafür entschuldigt, dass die Versammlung abgebrochen werden musste. Gemeindepräsidentin Claudia Witschi drückte auf Nachfrage ebenfalls ihr Bedauern aus: «Wir entschuldigen uns in aller Form und wir freuen uns darüber, wenn die Leute am 5. Dezember wiederkommen.»