21. Triennale Grenchen
Zeitgenössische Kunst, die Mitdenken erfordert

Nach zwei offenen Wochenenden ziehen die Triennale-Verantwortlichen eine positive Zwischenbilanz. Die Ausstellung ist noch vom kommenden Freitag bis Sonntag offen.

Andreas Toggweiler
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Mit Ausstellungsleiter Reto Emch durch die Triennale
13 Bilder
Ausstellungsleiter Reto Emch begrüsst eine Besuchergruppe
Thomas Ruch erläutert verschiedene Druckarten hinten Triennale-Präsident Philipp Glocker
... gleich an der Druckerpresse
Besucher in der grössten Ausstellungshalle Mit Offset-Druck von Marius Lüscher
Dieses Grafik oxidiert vor sich hin... vom japanischen Künstler Shuhei Fukuda. Die Wand ist original Industriebau...
Die Räume lassen ungewöhnliche Präsentationen zu
Durchblicke und Einblicke...
Digitale Kunst auf dem Kult Mac Im SWG Unterwerk
Reto Emch erläutert Werke von Dorothee Joachim
Jugendliches Publikum
Kleider von Laura Woodtli
Im Triennale-Bistro gibts diverse Grafiken zu erwerben

Mit Ausstellungsleiter Reto Emch durch die Triennale

Andreas Toggweiler

Mit der zeitgenössischen Kunst ist es so eine Sache. Nicht immer erschliesst sie sich dem Betrachter unmittelbar. Viele Besucher der Triennale benutzen deshalb die Möglichkeit, sich durch die Ausstellung führen zu lassen und dabei Zusatzinformationen zu den Ausstellungsobjekten und dem - allenfalls vorhandenen - gedanklichen Unterbau zu erhalten. So führte am vergangenem Sonntagnachmittag Ausstellungsmacher Reto Emch selber durch die Triennale, was sich für die Teilnehmer der Führung als überaus lohnenswert erwies.

Emch kennt viele Austellende persönlich, ihre Themen, Arbeitstechniken etc. und konnte so aus dem Vollen schöpfen. Er plauderte auch etwas aus dem «Nähkörbchen» und liess dabei durchblicken, dass viele namhafte Künstler auf eine Teilnahme an der Triennale verzichtet hätten, weil ihnen die allzu rauhe Umgebung des zerfallenden Industriebaus an der Sportstrasse in Grenchen missfiel. Ob sie mitgemacht hätten, wenn die Halle in Paris oder New York stehen würde?

Industriebau schreckte viele ab

Doch andere nahmen die Herausforderung bewusst an, wie die Bulgarin Gergana Mantscheva, deren freigestellte Fotos von Blechobjekten perfekt mit der Umgebung «harmonieren».
Vereinzelte Künstler waren anwesend. So Kardo Kosta aus Evilard, dessen Zeichnungen auf dem iPad entstehen und als Digitaldrucke auf Metall aufgezogen werden. Aussehen tun sie dabei wie traditionelle Holzschnitte. Thomas Ruch, dessen Mickey Mouse auf der Werkbank im Foyer des ersten Stocks zu sehen ist, gab den Besuchern einen kleinen Crashkurs in den Drucktechniken: Anhand eines leeren Milchkartons zeigte er die Unterschiede zwischen Tief- und Hochdruck.
Manche Objekte sind «Work in Progress», allerdings ohne direktes Zutun von Künstlerhand. So Siebdrucke auf Blattsilber, die je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit allmählich oxidieren. Oder durch die Schwerkraft, welche Farbtropfen unterschiedlicher Zusammensetzung und Mischung durch ein Medium zieht. Zusätzliche Informationen zu solchen Objekten bzw. Installationen sind quasi unerlässlich.

Mehr Besucher am zweiten Wochenende

Zumindest am vergangenen Wochenende war das Besucherinteresse an der Triennale lebhaft, nachdem die triennale in der Woche zuvor (mit Ausnahme der sehr gut besuchten Vernissage) aufgrund des allzu schönen Wetters nicht eben überlaufen war. Die zweite Ausstellung im SWG-Unterwerk, wo die elektronische Kunst vorherrscht, könnte wohl ebenfalls noch zusätzliches Publikum in ihren Industrie-Katakomben «verdauen», wie ein Augenschein am Sonntag zeigte. So oder so: Reto Emch zeigte sich auf Anfrage zufrieden mit dem Triennale-Verlauf.

Die Triennale ist noch am kommenden Wochenende geöffnet (Fr.--So), Eintritt 10 Fr. (Dauerkarte); geführte Rundgänge Fr/Sa 15 und 18 Uhr So 15 Uhr oder auf Anmeldung.