Kleintheater

Würdiges Saisonfinale mit «Schönholzer & Rüdisüli»

Mit dem Kabarett-Duo Schönholzer & Rüdisühli ging die Saison im Kleintheater Grenchen mit einem Highlight zu Ende.

Mit dem Kabarett-Duo Schönholzer & Rüdisühli ging die Saison im Kleintheater Grenchen mit einem Highlight zu Ende.

Liedermacher Markus Schönholzer und sein kongenialer musikalischer Begleiter Robi Rüdisüli (Wagnertuba, Akkordeon) überzeugten mit «Alltagsgeschichten».

Die Songs aus der Feder von Markus Schönholzer beschreiben selten die «grossen Themen». Sie stammen aus dem Alltag. Gerade deswegen treffen sie die Zuschauenden mitten ins Herz. Wie er mit der Sprache umgeht, ist umwerfend. Er reimt geschickt, ohne sich zum Sklaven des Verses zu machen. Denn seine Aussagen kleidet er auch sonst in kaum gehörte Bildsprache, innovativ bis unerhört, stets aber mit einer poetischen Leichtigkeit.

Vom heiteren Scheitern

Es ist schon erstaunlich, wie er sich hie und da in seinem ausgeklügelten Wortgeflecht zu verstricken droht, schliesslich jedoch einen pointierten Ausweg findet. Dazu kann er es sich auch mal erlauben, einen Gedanken im Raum stehen zu lassen, das Publikum als Adressat findet den Schlüssel zum Gemeinten. Die Geschichten des wortgewandten Protagonisten drehen sich oft um das Scheitern. Sie werden meist mit einer melancholischen Heiterkeit durchsetzt, mit Witz und hintergründigen Humor nach dem Motto: «Was solls, so ist das Leben.» Die beiden Akteure sind hervorragende Musiker. Ihr Klangteppich kommt oft eingängig, nie aber trivial daher, dann wieder eher skurril und augenzwinkernd. Vor allem aber lässt er viel Raum für das Gesungene und Gesagte. Meist ist es ein harmonisches Miteinander, bisweilen ein gewolltes Kontrastieren.

Erfrischend selbstverständlich

So singen und spielen sich die beiden mit erfrischender Selbstverständlichkeit durch das Programm, beschreiben die Rückkehr ins Heimatdorf, die zu einer Stippvisite verkommt, verleihen einen Früchtekorb als «Danaer-Geschenk», mokieren sich über falsch verstandene Tierliebe, den Hang zum Perfektsein, die Angst vor dem Fremden oder machen sich auf die Suche nach wahrem Heimatgefühl.

Wunderbar nachvollziehbar gestaltet sich ihre Abrechnung mit den Tücken der französischen Sprache beziehungsweise mit didaktisch unterbelichteten Lehrpersonen. Die Liebe kommt ebenfalls nicht zu kurz. Ironisch-heiter als Summe von immer widerkehrenden Ritualen, ungemein berührend als Ode an die unerschütterliche Zuneigung und Zärtlichkeiten im Alter.

Schönholzer und Rüdisüli im Kleintheater: Ein musikalischer und sprachlicher Leckerbissen. Und irgendwie auch die wohltuende Aufforderung, den Gemeinheiten des Lebens ins Gesicht zu lachen.

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