Stadtbummel Grenchen

Wollen Sie ein Auto gewinnen? Oder sechs? Oder doch lieber Gold?

Das Jahr 2002 war bedeutsam für Spielernaturen: In Grenchen im Howeggebäude wurde die erste Bingohalle der Schweiz eröffnet, mit Platz für Hunderte Spielerinnen und Spieler, die aus der ganzen Schweiz anreisten. Aber schon Ende desselben Jahres kam das Aus für das Pilotprojekt. Der «Luxory-Club» erlangte in der Folge als «Balkan-Club» einen zweifelhaften Ruf und geriet durch Polizeieinsätze in die Schlagzeilen. Höhepunkt war wohl die Messerstecherei, bei der ein Türsteher vor dem Club sein Leben verlor. Dann war es lange ruhig: Abgesehen von grossen Hochzeitsgesellschaften, die den Raum privat mieteten und mit dicken, fetten Autos aus der ganzen Schweiz anreisten, hörte man wenig.

Doch das soll sich jetzt ändern: Seit dem 1. Februar wurde das «Luxory» nämlich an die Koller Event GmbH verpachtet, eine Mitte Januar 2019 gegründete Firma mit Sitz in Grenchen. Ihren Ursprung hat die Firma in Luzern: Deren Geschäftsführer Kevin Koller ist nämlich der Sohn von Charly Koller, der seit 50 Jahren Lotto-Events organisiert und mit «Charly-Lotto» in der «Hausfrauen-Zocker-Szene» wohlbekannt ist. Dieser hat sich mit der Durchführung von Lottomatches, an denen es hauptsächlich Gold zu gewinnen gibt, schweizweit einen Namen gemacht – auch im Kanton Solothurn. Und weil vor Jahresfrist der dafür vorgesehene Saal anderswo nicht frei war, wich man notgedrungen nach Grenchen ins Luxory aus. Aber der Saal machte offenbar Eindruck: gut eingerichtet, top-erschlossen, mit Platz für gegen 700 Personen. Also entschloss man sich, zu bleiben und sich fix zu installieren. Denn Säle von solcher Grösse sind selten oder unerschwinglich. Nicht so in Grenchen, offenbar.

Dieses Wochenende wird nun erstmals unter dem neuen Namen gespielt, mit wahrhaft beeindruckenden Preisen: Nicht ein Auto, nein, gleich sechs gibt’s zu gewinnen. Kleine zwar, aber immerhin. Und einen Farbfernseher. Dazu pures Gold. Viel Gold. Nicht nur das: Künftig will man einmal im Monat einen Schlager-Abend veranstalten. Und zwar nicht mit irgendwem, sondern mit weltberühmten Namen, heisst es aus dem Mund von Charly Koller.
Gut, den Stadtbummler wird es nicht dorthin verschlagen. Der hat das Glück im Spiel nur beim Pokern gepachtet, wenn um «Casino Royal» - Chips gespielt wird. Und Schlager ist auch (noch) nicht so sein Ding. Aber vielleicht erweist ja Francine Grenchen wieder mal die Ehre? Dann müsste man sich’s glatt überlegen.

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