«Nun ist Grenchen aber endgültig mondän geworden, jetzt kommt sogar Xhaka hier wohnen», machte mich letzte Woche ein Kollege aufs Amtsblatt aufmerksam. Er dachte, der Fussballstar habe eine Villa gekauft in Grenchen. Die Wahrheit ist profaner, wie wir inzwischen wissen. Granit Xhaka hat ein Spekulationsobjekt gekauft, wie das landauf landab viele tun, die überflüssiges Geld haben zum Anlegen. Das einzige, was Herr Xhaka in Grenchen sehen will, ist aber nicht die Aussicht auf Witi und Bucheggberg, sondern Rendite. Wer in seinem Haus wohnt, weiss er nicht, es interessiert ihn auch wohl auch nicht. Da kann man als Mieter noch so gut Fussball spielen.

So geht es vielen Mietern in Grenchen. Auswärtige Liegenschaftsbesitzer interessiert oft nur eines: die pünktliche Überweisung des Mietzinses. Und dass man möglichst nie reklamiert. Oder gar eine Reparatur anmahnt. Denn das würde nur die Rendite schmälern. Kürzlich erzählte mir ein Bekannter, nennen wir ihn Kurt, eine lustige Story. Seine Frau erhielt Post von der Liegenschaftsverwaltung fernab, sie müsse jetzt beweisen, dass sie zu Recht mit Kurt in dieser Wohnung lebe. Denn von ihr habe man gar keine Kenntnis. So die Post, korrekt an Kurts Frau mit Doppelnamen (!) adressiert. Das Ehepaar lebt schon seit 23 Jahren in der Überbauung. Der Verwalter oder Besitzer des Blocks, der ändert allerdings alle paar Jahre. Und der «Junior Property Manager», der diesen Stuss geschrieben hat, sagte gemäss Kurt, er tue nur das, was ihn der Chef geheissen habe.

Zum Glück leben nicht alle nach dieser Devise und reagieren mit Augenmass. Beispielsweise auf die leeren Schaufenster im CS-Gebäude am Marktplatz. Hier kündigt sich die nächste Zwischennutzung an. Wirth Sport von vis a vis eröffnet dort heute im ehemaligen Modegeschäft Sergio einen temporären Pop-Up-Store. Dort wird man tageweise (heute, sowie am 9. Und 10 November von 8-17 Uhr) eine Schweizer Skibekleidungsmarke näher kennenlernen können. Der temporäre Laden ist eine gute Idee und nachahmenswert. Es gäbe nämlich noch einige Schaufenster aufzupoppen.

Aufgepeppt wird zurzeit die reformierte Markuskirche in Bettlach. Die Holzschindeln der Fassade sind morsch und müssen ersetzt werden von einer Spezialfirma. Und wissen Sie, woher die kommt? – Aus Schindellegi natürlich. Ist ja klar und schwarz auf weiss nachzulesen im Pfarrblatt.

Nomen est omen. Granges, der französische Namen von Grenchen, heisst ja die Scheunen. Also, da haben wirs wieder. Seien wir doch froh über den Fortschritt, dass wir nicht wie weiland im Bauerndorf in Scheunen zu leben haben, sondern in schönen, ertragreichen Renditeliegenschaften. Aus Granit.

Eindeutig zu wenig Rendite scheint schliesslich die Eterna zu erarbeiten. Die einst gloriose Uhrenmarke wird mit ihren Konkursen allmählich zur Lachnummer. Doch wenn man auch da dem Namen glauben darf, ist noch längst noch nicht Schluss. Ja die Marke wird ewig bestehen. Wenn das nicht optimistisch stimmt.