Das als erhaltenswert eingestufte Haus Nummer 57 an der Solothurnstrasse ist noch immer im Umbau. Die einstige Pferdewechselstation soll künftig wie seine beiden Nachbargebäude dem Wohnen auf Zeit dienen. Auf Anfrage sagt Inhaber Franz Wolf, dass dieses Geschäftsmodell in Grenchen so beliebt sei, dass der Ausbau mit der Nachfrage gar nicht Schritt halten könne. Die bisher verfügbaren zwölf Studios (ohne Küche) und zehn kleinen Wohnungen (mit Kochnische) seien praktisch immer ausgebucht. «Derzeit beherbergen wir Franzosen, Iren, Italiener und Israeli – und es sind gute Mieter, was nicht selbstverständlich ist. Die meisten bleiben zwischen zwei Wochen und mehreren Monaten in Grenchen.» Wolf ist überzeugt, dass das Geschäftsmodell sich nicht nur für ihn auszahlt, sondern auch für die Stadt: «Diese Personen zahlen Quellensteuer.»

Das Geschäftsmodell füge sich auch harmonisch ins Quartier mit seiner Wohn- und Gewerbenutzung ein, so Wolf. «Es gibt ja keine Züglete. Die Mieter reisen mit einem Koffer an und ab. Die Räume sind möbliert. Die Leute finden alles vor Ort, was sie im Alltag brauchen.»

In der Solothurnstrasse 57 mit ihrer historischen Bausubstanz soll das Angebot bis zum kommenden Jahr um zwölf 2,5-Zimmer- und zwei 3,5-Zimmer-Wohnungen erweitert werden. «Bauen braucht immer viel Beachtung und eine grosse Portion Sorgfalt. Aber es läuft. Mit der Baudirektion sind wir noch wegen einiger Detailfragen zur Fassade in Verhandlung.» Der Bauherr ist zuversichtlich, dass der Charakter des Hauses nach der Renovation wieder voll zur Geltung kommen wird.