Im Gesundheitszentrum Sonnenpark hat auf Beginn des Schuljahres das neue Ausbildungszentrum für Pflege und Betreuung seinen Betrieb aufgenommen. Es wird von einer Stiftung getragen und bildet Berufsleute für die Solothurner Spitäler, Altersheime und die Spitex aus.

Wer in die neue Ausbildungsstätte will, muss zuerst einmal durch eine Baustelle, weil das Spital derzeit zu einem Gesundheits- und Pflegezentrum umgebaut wird. Bereits sind einige Arztpraxen in Betrieb und das Pflegezentrum soll Ende Oktober eröffnet werden (vgl. Kasten).

Im Stock, wo einst die Operationssäle waren, findet man heute Unterrichts- Büro- und Nebenräume der «Stiftung Organisationen der Arbeitswelt Gesundheit im Kanton Solothurn», kurz SOdaS genannt. Man könnte auch von einem Berufsverband sprechen. Hier erhalten die Lernenden der Berufe FaGe (Fachangestellte Gesundheit, dreijährige Lehre) und AGS (Assistent Gesundheit und Soziales, zweijährige Attestausbildung, seit 2012 möglich) ihr praktisches Rüstzeug, während sich die Berufsschule weiterhin in Olten befindet.

Neues Mobiliar, günstig gekauft

Geschäftsführerin Yvonne Zimmermann freut sich über die neuen, grosszügigen Räume, die letzte Woche feierlich eröffnet wurden. Die Ausbildungsstätte war bisher an der Niklaus-Wengi-Strasse. «Am Mittwoch, 24. Juli sind wir mit 120 Umzugskartons hierher umgezogen und wir fühlen uns, abgesehen von noch etwas Baulärm, sehr wohl», sagt Zimmermann, die zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen das Zentrum leitet.

«Die Einbettung in den Sunnepark ermöglicht eine praxisnahe Ausbildung.» Für den Unterricht werden rund 20 Personen aus verschiedenen Institutionen und Fachrichtungen im Mandatsverhältnis beigezogen.

«Unser Mobiliar ist ganz neu, wir haben dabei aber Wert gelegt auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis», erklärt Zimmermann weiter. Das sind Spital- und unterschiedlich ausgerüstete Pflegebetten, Rollstühle, Gehilfen, Patientenheber, Dummies etc. sowie 90 Tische und 180 Stühle. Zur Verfügung stehen nebst Büros, Küche und Nebenräumen zwei Säle und drei Klassenzimmer sowie ein Behinderten-WC als Übungstopografie. Insgesamt stehen 931 m² zur Verfügung.
Das Mobiliar des alten Standortes, insbesondere die Spitalbetten, hat ausgedient und konnte via Malteserorden in ein Spital in Togo verschoben werden.

Grüsse der Regierung

Erziehungsdirektor Remo Ankli gab seiner Freude darüber Ausdruck, als eine seiner ersten Amtshandlungen, die Grüsse der Regierung überbringen zu dürfen. Er sprach von einer «Win-win-Situation» mit zweckmässigen Räumen in einer für das Bildungszentrum stimmigen Umgebung mit weiteren Angeboten aus dem Gesundheits- und Pflegebereich.

Die Liegenschaft des Spitals wurde von der Sunnepark AG im Juni 2012 im Baurecht übernommen und weiter vermietet. Auch SOdAS-Stiftungsratspräsident Peter Platzer dankte den Beteiligten für die Realisierung des Ausbildungszentrums, insbesondere auch für die Subventionen des Kantons.

Von der Infusion bis zum Abwasch

Heute gehen hier 240 Lernende der Bereiche FaGe und 45 AGS im Zentrum ein und aus und verbringen während der Lehre 34 bzw. 24 Ausbildungstage in diesem überbetrieblichen Unterricht. Für beide Berufsrichtungen werden zudem Kurse für die Nachholbildung angeboten. Dabei lernen sie alles Praktische, was zum Pflegeberuf gehört: Hygiene und Körperpflege, einfache medizinische Verrichtungen wie Blutentnahme, Infusionen, Verbände, Notfallbewältigung, bis hin zur Ernährung, Prävention, Arbeitsorganisation oder Haushaltführung (Spitex).

«Die Besonderheit der überbetrieblichen Kurse besteht darin, dass im geschützten Rahmen die Vernetzung der Theorie mit der Praxis geübt werden kann», sagt Zimmermann, die als dipl. Betriebswirtschafterin vorher in der Privatwirtschaft gearbeitet hat. Die Räume würden auch an Dritte vermietet und seien für Tagungen, Seminare und Weiterbildungen bestens geeignet. So fände auch der überbetriebliche Unterricht der Fachleute Betreuung (FaBe) im Bildungszentrum der SOdAS statt.


Tag der offenen Tür mit Infos und Demonstrationen am 6. September von 14 bis 20 Uhr.