Kleine Mittagsrast auf dem Bänkli am Ende der Fussgängerzone auf der gepflasterten Bachstrasse. Weil es dort genau genommen zwei Bänkli hat, eines mit Blick gen Süden und eines nach Norden, hat man die Wahl der Perspektive.

Wir haben uns für Süden entschieden, mit Blick Richtung Girardkreisel. Dort thront seit 2015 inmitten von fein duftendem Lavendel eine Eisenplastik der Künstlerin Gillian White, welche der Stadt von einem unbekannten Mäzen gestiftet wurde. Er will nichts dafür, nicht einmal seinen Namen soll man wissen. So ginge wahre Bescheidenheit.

Immer wieder überqueren Leute strammen Schrittes den Fussgängerstreifen und eilen dem Bahnhof zu. Eine alte Dame nimmts gemütlicher und schiebt ihre Einkäufe auf dem Rollator vor sich her. Im kleinen Aussenbereich des Coop-Restaurants machen es sich die ersten Gäste unter den Sonnenschirmen bequem und geniessen ihr Mittagessen.

Der Blick schwenkt auf den leeren Parkplatz gegenüber, wo freitags jeweils die Marktfahrer ihre Fahrzeuge abstellen und einst das Post-Provisorium stand. Zusammen mit der Schild-Rust-Wiese ist dieses unüberbaute Gelände im Zentrum eine Ecke, wo man unwillkürlich an die bauliche Zukunft Grenchens denkt. Das Areal wurde 2o15 von einer Oltner Immobilienfirma gekauft. Was plant sie wohl, so mitten in der Stadt auf der grünen Wiese? Hoffentlich was Schönes, wenn überhaupt. Und sonst hätte man auch kaum etwas dagegen, wenn im Stadtzentrum eine Wiese erhalten bleibt, jetzt, da schon die schönsten Bäume wegmüssen.

Übrigens: Wer bei den Bänkli die Perspektive Nord wählt, der soll sich am besten in der Dämmerung dort hinsetzen. Da kann man die nach der letztjährigen Renovation wieder schön beleuchtete Fassade des Coop Centers bestaunen: Aus dieser Perspektive sieht Grenchen fast mondän aus. 

Beleuchtete Fassade des Coop Centers

Vom Bänkli aus gegen Norden sieht es abends so aus

Beleuchtete Fassade des Coop Centers