Grenchen
Wirtschaftstag zeigt: Ist das ein «Schoggi-Job» – oder nichts für mich?

Am Wirtschaftstag blickten Grenchner Schüler den Gewerbetreibenden über die Schulter. Die Betriebe schätzen die Veranstaltung als Werbeplattform. Im Back-Kaffee erhielten die Jugendlichen einen Einblick in den Beruf des Bäcker-Konditor-Confiseurs.

Patric Schild
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Jugendliche besuchen die Backstube des Backkaffees Grenchen
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Jugendliche besuchen die Backstube des Backkaffees Grenchen

Felix Gerber

Am ersten Grenchner Wirtschaftstag des Gewerbeverbands öffnete das Grenchner Gewerbe seine Türen für angehende Lehrlinge, um diesen einen Einblick in mögliche Lehrbetriebe zu gewähren. Das Ziel des Grenchner Wirtschaftstages war es einerseits, die Betriebe auf der Suche nach möglichen Anwärtern für ihre Lehrstellen zu unterstützen und andererseits, den Schülern einen ersten Vorgeschmack zu liefern, wie ihr zukünftiger Beruf aussehen könnte.

Die Schüler der 8. Klasse (2. Stufe der Sekundarschule I) konnten hierbei eigenständig aus 28 Unternehmen, Institutionen, Organisationen und Verwaltungen in 36 verschiedene Berufsfelder drei auswählen, die sie gerne einmal genauer unter die Lupe nehmen wollten. Auf diese Weise erhielten die Jungen nicht nur erste Einblicke ins Berufsfeld, sondern es vermittelte ihnen auch Informationen zur Ausbildung. Des Weiteren lernten sie das Arbeitsumfeld mit Werkzeugen, Materialien und Mitarbeitern näher kennen.

Erwartungen an die Lernenden

Bevor die Jugendlichen aber am Nachmittag in die unterschiedlichsten Betriebe starten konnten, wurden am Vormittag zuerst eine Infoveranstaltung und danach eine Bewerbungswerkstatt abgehalten. An der Infoveranstaltung wurden wichtige Fragen für die angehenden Lehrlinge geklärt. So zum Beispiel, wie die Erwartungen eines Lehrbetriebs an einen Lehrling aussehen, welche Entwicklungsmöglichkeiten die Betriebe dem Jugendlichen bieten oder wie die Chancen auf dem Lehrstellenmarkt stehen. Anschliessend lernten die Schüler in fünf 15-minütigen Workshops die wichtigsten Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Bewerbung.

Der Grenchner Wirtschaftstag wurde auch von den Gewerbebetreibern durchaus positiv aufgenommen. «Der Wirtschaftstag ist eine ganz gute Sache», sagt Jürg Jäggi, Geschäftsführer des «Back-Kaffees», Grenchen, welches von allen Betrieben am meisten Schüler anzulocken vermochte. Denn normalerweise würden die Leute, die den Laden betreten, nur die Verkäuferinnen und die fertige Ware sehen. So hingegen können sie für einmal hinter die Kulissen schauen.

Geschätzt wird der Gewerbetag vor allem aber auch als Werbeplattform. «Es ist für uns die beste Werbung, wenn wir den Schülern zeigen können, wie wir arbeiten, so Jäggi. So erhielten die interessierten Jugendlichen im Back-Kaffee einen detaillierten Einblick in eine Backstube und den Beruf des Bäcker-Konditor-Confiseurs. Die Schüler durften aber nicht nur zuschauen. Nachdem von der Ausbildungsverantwortlichen, Karin Liechti, zusammen mit der Lernenden im zweiten Lehrjahr, Leonie Tschui, eine Milch-Truffesherstellung demonstriert worden war, durften die Jungen selbst Hand anlegen und ihr Glück bei der Herstellung versuchen.

«Bodenständiger Beruf»

Auch auf die Frage, wieso sich so viele Schüler ausgerechnet für den Beruf des Bäcker-Konditor-Confiseurs interessieren, hat der Konditormeister eine Antwort parat: «Ich denke, es ist das Bodenständige an unserem Beruf, welches die Leute interessiert», so Jäggi. Denn im Gegensatz zu einem technischen Beruf könne beim Backen jeder mitreden.

Sei es die Grossmutter oder die Mutter, praktisch jeder backe. Ein weiterer Aspekt sei, «dass Brot immer gegessen und dadurch auch immer gebraucht wird». Dies sei der Grund, wieso er sich damals selbst, während der Rezession, für den Beruf Bäcker-Konditor-Confiseur entschieden habe.

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