Damit ist es eines der ältesten, noch existierenden Häuser der Stadt. Die Fensterläden sind offen, der Briefkasten zugeklebt. Die Zimmer sind leer, wie ein Blick durchs Fenster verrät. Vor dem Haus sind die Überreste dessen zu sehen, was einst ein blühender Garten war.

Auf der Ostseite unter einem Vordach – einst ein lauschiges Plätzchen – zeugen nur noch Tisch und Bank von fröhlichen Festen in der Vergangenheit. Westlich des Wohntraktes befindet sich der einstige Kuhstall.

Hinter dem Haus ist eine kleine Hütte zu sehen, der ehemalige Hühnerstall. Zum Bauernhaus gehören 30 Aren Land, die sich dem Waldrand entlang nordwärts bis auf die Höhe eines Bienenhauses erstrecken. Der Zaun steht nur noch auf der Ostseite, im hohen Gras sind die Wege sichtbar, welche Tiere auf ihren nächtlichen Wanderungen unter die Pfoten nehmen.

Seit 1958 befindet sich die Liegenschaft im Besitz der Bürgergemeinde der Stadt, die es damals von einem Privatbesitzer, einem gewissen Riefli gekauft hatte. Während 56 Jahren wohnte die Familie Huser-Eicher dort, bis Ende 2011 (siehe Kasten). Seither steht das Haus leer und die Frage drängt sich auf, was nun damit geschehen soll.

Verkauf oder Abgabe im Baurecht

Laut Renato Müller, dem Verwalter der Bürgergemeinde, möchte diese die Liegenschaft verkaufen oder im Baurecht abgeben. Denn neue Mieter dort einzuquartieren, sei beim Zustand der Einrichtungen nicht möglich – dazu wäre eine umfassende und kostspielige Sanierung des gesamten Gebäudes vonnöten.

Eine Heizung gibt es zum Beispiel nicht, geheizt wurde mit kleinen Holzöfen in einzelnen Zimmern. Auch die sanitären Einrichtungen entsprechen den heutigen Anforderungen in keinster Weise. Und diese Investitionen will die Bürgergemeinde nicht tätigen.

Vielmehr hat sie im März dieses Jahres die Liegenschaft ausgeschrieben, und, wie Müller bestätigt, sind bereits mehrere Interessenten vorstellig geworden. Müller spricht von einem guten halben Dutzend.

Nur hat die Sache einen Haken: Das Haus und der grösste Teil der Liegenschaft liegen nahe am Waldrand. Zu nahe. Denn nach heutigen Vorschriften ist ein Abstand von 20 Metern zum Waldrand einzuhalten.

15 Meter vom Wald

Das Bauernhaus selber ist nur 15 Meter vom Wald entfernt, der grösste Teil des Landstreifens liegt sogar direkt am Waldrand und innerhalb dieses 20-Meter-Perimeters. Ein Investor wäre in seinen Möglichkeiten, dort etwas Neues zu bauen, stark eingeschränkt.

Zwar sei laut Müller möglich, dass das Bauinspektorat im Falle eines vorliegenden Bauprojekts eine Ausnahmegenehmigung erteile und einen Mindestabstand von nur 10 Metern bewillige – die Bürgergemeinde hat dies im Hinblick auf die Verkaufsverhandlungen bereits abgeklärt – aber das wäre nur im unmittelbaren Bereich des Bauernhauses denkbar, nur dort gäbe es genügend Platz.

Gut möglich auch, dass nicht der ganze «Bitz» verkauft oder im Baurecht abgegeben werde, sondern nur der südliche Teil, auf dem sich etwas Sinnvolles realisieren lasse, so Müller. Vielleicht finde sich ja jemand, der auf dem nördlichen Teil Schafe oder Ziegen halten will, Alpakas züchtet oder sonst etwas mit dem Land anfängt.

Eine weitere Variante wäre folgende: Ein Käufer höhlt das Haus komplett aus und lässt nur die bestehenden Grundmauern und die Fassade stehen. Im Innenraum würde man gewissermassen ein «Haus im Haus» bauen.

So oder so, man stehe mit einigen Interessenten noch in engem Kontakt. Wie die Sache aber schliesslich ausgehe, könne man jetzt noch nicht sagen, sagt Müller. Es eile auch nicht.