Im vergangenen November hat die Solviva Immobilien AG ein Baugesuch für die Errichtung von sechs Mehrfamilienhäusern eingereicht. Dieses wurde jetzt von den Grenchner Behörden ohne wesentliche Änderungen genehmigt, bestätigt Projektentwickler Willi Gyger Informationen dieser Zeitung. Auf dem Areal nördlich des Gesundheitszentrums Sunnepark sollen für rund 50 Mio. Fr. 111 neue Wohnungen entstehen, ein Grossteil davon Alterswohnungen, welche die Dienstleistungen des Pflegeheims im angrenzenden «Sunnepark», ebenfalls ein Solviva-Betrieb, beanspruchen können.

Bau gemäss Gestaltungsplan

Für die Überbauung haben die Behörden schon früher einen Gestaltungsplan bewilligt. Zwei der sechs Gebäude sollen Eigentumswohnungen enthalten, die anderen Mietwohnungen bzw. Pflegewohnungen mit einer Passerelle zu Gesundheitszentrum. Es wird mit einer Bauzeit von rund 20 Monaten gerechnet. 

Mit einem Blick informiert.

Laut Willi Gyger wird angestrebt, noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten zu beginnen, das heisst mit dem Abbruch des alten Spitals.

Die Planung des Grossprojekts ist nicht ganz problemlos verlaufen. Ein erstes Projekt musste nach Widerstand bei der Anwohnerschaft redimensioniert werden.

Die Wohnüberbauung bedeutet gleichzeitig den Abschied von den Spitalgebäuden aus den 1950er-Jahren. Diese stehen schon seit Jahren leer, sind aber für viele Grenchner mit Emotionen verknüpft, haben doch die meisten hiesigen Babyboomer in diesem Spital das Licht der Welt erblickt.

Typischer 50er-Jahre Bau

Aus architektonischer Sicht bedeutet der Abriss des alten Spitals insofern einen Verlust für die Stadt, als es sich um einen typischen Bau aus den 1950er-Jahren handelt. Ein Erbe, das die Stadt speziell pflegen will, was ihr mitunter auch den Wakker-Preis vor zehn Jahren einbrachte. Zwar nicht unter Denkmalschutz, ist das Ensemble in architekturhistorisch interessierten Kreisen ein Begriff. Es wird im Buch von Michael Hanak «Baukultur im Kanton Solothurn 1940-1980 - ein Inventar zur Architektur der Nachkriegsmoderne», gewürdigt.

Nach einem Architekturwettbewerb 1950 wurde das Projekt des Berner Architekten Otto Brechbühl von 1951 bis 1953 realisiert. «Die Gebäude ... zeigen die elegante Architektursprache der 1950er-Jahre, die hier deutlich auf den Prinzipien des Neuen Bauens der 1930er-Jahre basiert», schreibt Hanak.