Stadtbummel Grenchen

Wir sind gefordert

Jetzt unterhält man sich vielleicht vom Balkon aus. (Archivbild)

Jetzt unterhält man sich vielleicht vom Balkon aus. (Archivbild)

Was wir zurzeit erleben, ist wohl die grösste Herausforderung in unserem bisherigen Leben – es sei denn, wir denken an unsere Vorfahren, die noch die Kriegszeiten erleben mussten. Haben wir je daran gedacht, dass wir vom Bundesrat aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben, keine Restaurants mehr geöffnet sind, Parkanlagen geschlossen und unsere Kinder nicht mehr in die Schule gehen dürfen.
Seien wir ehrlich. Nein, das haben wir uns schlicht und einfach nicht vorstellen können oder nicht wollen.
Wir erleben eine Zeit, die uns zeigt, wie gut es uns bis jetzt gegangen ist. Wir konnten uns vieles leisten und haben kaum je darüber nachgedacht, dass ein Virus unser Leben derart auf den Kopf stellt. Wir müssen uns einschränken und lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Gefragt ist Solidarität! Seien wir ehrlich. Haben wir uns je mit dem Gedanken befasst, dass wir für unsere Nachbarn Einkäufe machen werden, haben wir uns nach ihrem Befinden erkundigt?

Vielleicht öffnet uns das Coronavirus die Augen. Schön, dass uns unsere Enkel liebe Briefe schreiben und uns aufzeigen, dass sie uns – wegen der Einschränkungen – vermissen. Und wir Grosseltern uns über die Social Media freuen, weil wir ersatzweise mit unseren Angehörigen und Freunden «chatten» können.
Aus dem «Stadtbummel» ist vielleicht ein «Quartierschwatz» entstanden. Plötzlich treffen wir uns dank des schönen Frühlingswetters auf dem Balkon und tauschen uns über die Strasse hinweg aus, erfahren Sachen, die wir von unseren Nachbarn bisher gar nicht wussten. Ich bin gespannt, wie unsere sozialen Kontakte nach dem hoffentlich raschen Ende der Corona-Epidemie sich weiterentwickeln werden. Fallen wir wieder in die alten Muster oder lernen wir daraus, dass künftig eine gewisse Nähe zu unseren Mitmenschen nichts Negatives sein muss – der aufgezwungenen Distanz «sei Dank»?

Viele von uns machen schwere Zeiten durch, haben existenzielle Ängste und wissen im Moment nicht, wie es weitergehen soll. Denken wir an all jene, die von einem Tag auf den anderen kein Einkommen mehr haben. Denken wir auch an alle, die uns selbstlos helfen. Das Personal im Gesundheitswesen, an alle, die in den Läden eine riesige Arbeit leisten, damit wir keine Versorgungsprobleme haben. An die Spitex, die für unsere Kranken und Alten sorgt, und all jene, die sich in diesen Tagen spontan als Helferinnen und Helfer mit innovativen Ideen für uns einsetzen.

Schön, dass es Euch gibt. All die Menschen, die sich in dieser Zeit so selbstlos für alle einsetzen, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Auch wenn das Virus auf den Namen «Corona» getauft wurde – Ihr alle habt die «goldene Krone» der Menschenfreundlichkeit verdient. DANKE und bleibt gesund. Es chunnt wieder guet!

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