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Der Bundesgerichtsentscheid zum Windpark macht Grenchen weltbekannt

Internationale Medien haben die Meldung zum Windpark Grenchen auf ihren Online-Seiten verbreitet. Nicht immer sind die Informationen akkurat.

Andreas Toggweiler
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«Not exactly»: Auf dem Portal der Thomson Reuters Foundation wird der Windpark Nufenen gezeigt.

«Not exactly»: Auf dem Portal der Thomson Reuters Foundation wird der Windpark Nufenen gezeigt.

Dass zwei Vögel (Wanderfalken), die näher als 1 km von einem geplanten Windrad nisten, zu einer Redimensionierung des Grenchner Windpark-Projekts geführt haben, ist dank dem Internet um die Welt gegangen. Verbreitet wurde die Meldung unter anderem von der Wirtschaftsagentur Reuters.

Wie bei einem globalen Fokus zu erwarten, wird Grenchen in der Meldung in der «Jura-Region» verortet. Die Stadt wirbt immerhin mit dem Slogan «Jura-Sonnenseite». Und für den Windpark ist das auch zutreffend.

Vermeldet wird auch, Grenchen wolle zwei Drittel des Strombedarfs mit Windstrom decken. Was allerdings stark verkürzt, wenn nicht gar falsch ist. Es sind zwei Drittel des Strombedarfs der von Haushalten und Gewerbe. Vor der Redimensionierung, notabene. Den Löwenanteil des Stroms verbraucht die Industrie, die längst auf dem Weltmarkt einkauft.

Drastischer Entscheid in Norwegen

Dafür ordnet Reuters den Gegenwind für die Energiewende auch global ein. Verwiesen wird etwa auf ein Windparkprojekt mit Milliarden-Dimensionen in Norwegen, das dort vom höchsten Gericht kurzum (und in Gegensatz zu Grenchen einstimmig) verboten wurde, weil es angeblich die Rechte der indigenen Sami-Bevölkerung verletzt. Die Rede ist auch davon, dass womöglich bereits gebaute 151 Windräder wieder abgebrochen werden müssen.

Interessant ist auch zu sehen, wie andere Onlineportale diese Reuters-Meldung weitertragen. Das Portal tribuneindia.com zeigt dazu das Bild eines nicht näher bezeichneten exotischen Vogels (jedenfalls kein Wanderfalke).

Zu lesen ist sie auch auf dem Portal todayonline.com aus Singapur. Dort ist sie gleich illustriert wie die Reuters-Originalmeldung: mit einem Bild aus dem Gerichtssaal des Schweizer Bundesgerichts.

Gibt man Textpassagen aus der Meldung in Suchmaschinen ein, poppt die Meldung in weiteren Portalen auf, so auf Facebook oder auf news.trust.org, einem werbefreien Portal der Thomson Reuters Foundation. Dort wird die Meldung mit einem Bild vom Windkraftwerk Nufenen illustriert. Die Bilder auf der Website von Windkraft Grenchen hat offenbar niemand gefunden.

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