Noch drehen die Windräder auf dem Grenchenberg nicht. Das Thema bewegt die Grenchnerinnen und Grenchner aber ganz offensichtlich. Am Samstag nahm die für den geplanten Windpark federführende SWG anlässlich der öffentlichen Planauflage die Gelegenheit wahr, die Bevölkerung zu einem Inforundgang auf den Berg einzuladen. Und die Einladung wurde dankend angenommen. In zwei BGU-Bussen wurden die rund 100 Interessierten in die Höhe gefahren. Bereits auf dem Weg nach oben konnte anhand von Profilierungen festgestellt werden, wo und wie weit die Strasse dereinst verbreitert werden wird. SWG-Direktor Per Just bestätigte dabei, dass punktuell Bäume gefällt werden müssten. Es verstehe sich aber von selbst, dass die betreffenden Stellen wieder aufgeforstet würden.

Trinkwasser und Lärmemissionen

Anhand von Informationstafeln und ausgesteckten Profil-Latten konnten sich die Besucherinnen und Besucher ein erstes Bild machen, welche Dimensionen die einzelnen Anlagen dereinst aufweisen werden; wobei die eine Gruppe die drei geplanten Anlagen von der Tiefmatt bis zum Obergrenchenberg begutachtete, während die andere den Weg vom Untergrenchenberg bis zum Obergrenchenberg unter die Füsse nahm, um die anderen drei Standorte zu begutachten. Per Just und sein Team erläuterten dabei das Ganze mit informativen Ausführungen. So erfuhr man, dass für die Standorte möglichst flache Terrains ausgesucht wurden, um beim Aushub Erdverschiebungen zu minimalisieren. Auch verfüge jede der Anlagen über ein eigenes Ölauffang-System.

Es versteht sich von selbst, dass die Anwesenden mit einer ganzen Liste von Fragen aufwarteten, darunter naturgemässe auch solche, welche diverse Aspekte des Windparks kritisch hinterfragten. Ob denn angesichts des doch heiklen Karstgebietes die Trinkwasserversorgung nicht gefährdet sei, wollte man zum Beispiel wissen. Man sei sich des Problems durchaus bewusst und habe schon seit Jahren entsprechende Abklärungen getroffen. Es sei im Übrigen nicht das erste Mal, dass in einer Schutzzone gebaut würde. «Glauben Sie mir, was das Trinkwasser anbelangt, sind wir Profis. Wir wissen, dass wir vorsichtig sein müssen. Wir wissen aber auch, was wir zu tun haben», erklärte Just.

Sorgen bereiteten diversen Interessierten auch die zu erwartenden Lärmemissionen. Bis nach Grenchen werde man die Geräusche bestimmt nicht hören können, wurde versichert. Die Verantwortlichen gaben aber zu bedenken, dass das Lärmempfinden natürlich subjektiv sei. Auf dem grössten Windpark der Schweiz, dem Windpark Juvent, dessen sechzehn Turbinen übrigens ebenfalls im Jura-Kalkstein verankert sind, würden sich die Anwohner jedenfalls fast ausschliesslich nicht gestört führen. Per Just beliess es nicht beim blossen Versichern, sondern sprach eine Einladung an alle aus, diese Anlage zusammen mit der SWG zu besuchen, um sich vor Ort ein Bild machen zu können.

Begutachtet wurde schliesslich das einzigartige Bird-Radar-System, welches die Vogelzüge so gut wie bisher noch nie analysieren kann und damit den Schutz von Vögeln und Fledermäusen optimieren soll.

Investitionen von 35 Millionen

Der SWG-Direktor bestätigte im Weiteren die bis anhin kommunizierten Kosten. Man rechnet mit Investitionen von 35 Millionen Franken. Der Betrieb für die ersten 15 Jahre wird mit weiteren 5 bis 6 Millionen veranschlagt. Baubeginn dürfte 2016 sein.