Im Zentrum der diesjährigen Grenchner Wohntage stehen die Wohnkosten. Die Fachtagung vom 6. November 2014 zeigt Ansätze von Investoren, um nachhaltig zahlbaren Wohnraum zu sichern. Drei weitere Anlässe, zwei Referate sowie der zur Tradition gewordene Kinoabend finden zwischen dem 4. und 12. November 2014 in Grenchen statt.

Die Wohnkosten stehen unter den Konsumausgaben in der Schweiz an erster Stelle. Nimmt ihr Anteil zu – etwa wenn die Hypothekar- und Mietzinse steigen –, wird in vielen Haushalten das Geld für andere Ausgaben knapper. Vor allem für weniger bemittelte Haushalte, die einen Viertel und mehr ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben müssen, wird ein solcher Anstieg zum Problem. Für sie besteht die Gefahr, andere Grundbedürfnisse nicht mehr befriedigen zu können.

Für Fachleute . . .

Unter dem Titel «So bleibt Wohnen zahlbar – Rezepte von und für Investoren» nimmt die diesjährige Fachtagung der Grenchner Wohntage vom 6. November 2014 das Thema auf, ordnet es volkswirtschaftlich ein und zeigt Rezepte, wie Investoren die Wohnkosten nachhaltig beeinflussen können. Dabei kommen wie jedes Jahr zahlreiche Fachspezialisten zu Wort. Sie präsentieren diesbezügliche, jüngere Entwicklungen und bezeichnen problematische Konsequenzen. Anhand von beispielhaften Realisierungen aus der ganzen Schweiz zeigen Investoren und andere Berufsleute aus der Immobilienwirtschaft, wie Wohnkosten stabilisiert oder auf ein zahlbares Mass reduziert werden können. Die Ausführungen beziehen sich sowohl auf den Miet- als auch den Wohneigentumsmarkt und betreffen Erstellungs- und Nutzungskosten.

Wie wohnten die Patrons?

Drei weitere Anlässe sind Teil der im Verbund von Bundesamt für Wohnungswesen, Stadt Grenchen, Architekturforum im Touringhaus Solothurn und Kanton Solothurn organisierten Grenchner Wohntage. Den Start macht am 4. November das Referat «Wohlstand und Macht – Wie wohnten die Patrons?» im Kultur-Historischen Museum Grenchen. Der Kinoabend vom 10. November zeigt den kolumbianischen Film «Die Strategie der Schnecke» von Sergio Cabrera, in welchem sich alteingesessene Mieter eines Wohnquartiers von Bogotá kreativ ihrer Vertreibung widersetzen.

Architektur und Rap

Die Veranstaltungsreihe findet am 12. November im Kunsthaus Grenchen mit einem Vortrag zum Thema Architekturvermittlung ihren Abschluss. Ein Referat von Boris Szélpal, Architekt und Master of Arts in Architekturvermittlung, wird mit Rapper Manillio und Live-Zeichnerin Gabriele Schlipf kombiniert: Weil sie nicht die gleiche Sprache sprechen, entstehen zwischen Architekten und Bauherren oftmals Missverständnisse, die vermeidbar wären. Architekten sind es gewohnt, in abstrakten Bildern und in Konzepten zu denken und diese auch für die Kommunikation einzusetzen. Sie sollten aber ihre Arbeit so vermitteln, dass auch Laien verstehen, worum es geht. Bauherren müssen in der Phase des Entwurfs die Qualitäten eines Bauwerks verstehen, damit sie auch in den weiteren Phasen vorbehaltlos hinter dem Projekt stehen können.

Boris Szélpal ist dipl. Architekt FH SIA, Master of Real Estate Management (MREM). Er begleitet Bauherren, vermittelt Architektur, realisiert Machbarkeitsstudien in der Rolle des Architekten. Er ist Mitglied der Fachkommission Bildende Kunst und Architektur, Kuratorium für Kulturförderung des Kantons Solothurn. (rrg)