Seit letztem Dezember ist offiziell klar, dass 2017 keine mia stattfindet. Hinter den Kulissen entwickelt hingegen ein dreiköpfiges OK aus regionalen Unternehmern ein Konzept für eine mia 2018 (vgl Kasten rechts). Inzwischen fragen wir bei Unternehmen in Grenchen einmal nach, ob und wie sie sich eine künftige Teilnahme an der mia vorstellen können und was ihnen dabei wichtig ist.

Dabei zeigt sich, dass die Bedürfnisse nur schon innerhalb des Grenchner Gewerbes sehr unterschiedlich sind: bezüglich Dauer der Messe, des Einbezugs der Lokalität Velodrome oder der maximalen Standgebühren. Richtig einig ist man sich aber bei einem Punkt: Die mia 2018 darf auf keinen Fall wieder Eintritt verlangen. Die Eintrittspreise werden bei den befragten Gewerbevertretern denn auch oft als Hauptgrund für das Scheitern der letzten mia angesehen.

«Eher nicht im Velodrome»

«Wir sind bereit, wieder mitzumachen, wenn die Besucherfrequenz stimmt», meint Back-Caffee-Chef Jürg Jaeggi. Und diese sei mit Eintrittspreisen nicht gewährleistet, meint er. «Seine» mia sollte auch wieder länger dauern und sollte eher nicht im Velodrome stattfinden. «Die Messe-Atmosphäre in Zelten ist einfach besser», glaubt Jäggi. Und bei einer längeren Messe würden sich die Kosten für Standaufbau und zusätzliches Personal eher lohnen. Auch bei der Werbung könne die mia noch mehr als einen Zacken zulegen, insbesondere über Grenchen hinaus. Und last but not least gehöre der Lunapark dazu. «Mir ist lieber eine kleine, dafür sauber und gut organisierte Messe als ein grosser Event, bei dem nichts klappt», fasst der Bäckerei- und Gastro-Unternehmer zusammen.

Auch Schausteller Willi Marti (Biberist) sieht im Velodrome als Durchführungsort eher eine Hypothek als ein Asset. Eine «mia im alten Stil» würde er bevorzugen, denn das Velodrome sei «sehr teuer und bietet nicht die gleiche Atmosphäre wie ein Festzelt». Eine neuntägige mia wäre für Marti ideal. «Bei einem Neustart sollte man zunächst für zwei bis drei Jahre auf sehr günstige Standpreise setzen, damit die Leute überhaupt kommen.» Bei Eintrittspreisen bestünde dafür aber «null Chance» – «nicht einmal die Heso würde so funktionieren, denn die Leute wollen mehrmals an die Messe.»

Messe muss zahlbar sein

«Es geht an einer solchen Messe primär ums Amüsement und das Sehen und Gesehenwerden. Diesbezüglich haben sich die Zeiten schon etwas geändert», meint auch Drogist Markus Arnold, seines Zeichens Vizepräsident des Grenchner Gewerbeverbandes. «Ob mit Velodrome oder nicht, ist eigentlich einerlei, die Messe muss einfach zahlbar sein», meint Arnold.

Und wenn eine Grega für die halbe Dauer dieselben Preise verlange, dann stimme etwas nicht mehr. Für sein Geschäft würde eine kürzere Messe «höchstens fünf Tage» besser passen. Denn schliesslich gelte es daneben ebenfalls das Geschäft in der Stadt zu führen, was bei einer längeren Messepräsenz kaum möglich wäre. «Gut anstehen würde auch einer künftigen mia eine attraktive Sonderschau», schiebt Arnold nach.

Gebühren senken

Einer, der bisher noch nie an der mia war, ist der Grenchner Eisenwaren- und Werkzeughändler Alain Schwab. Er könne sich eine künftige Teilnahme durchaus vorstellen, lässt Schwab aber durchblicken. «Dazu müssten aber die Standgebühren massiv sinken.» Konkret etwa auf die Hälfte des bisherigen Betrages von 200 Fr./m2.

«Dafür würden wir vorschlagen, dass alle Aussteller mit einer Person 1 bis 2 Tage mithelfen, die Messe aufzubauen und abzubauen. Damit die allgemeinen Kosten sinken.» Diese Teamarbeit stärke auch das Miteinander an der Messe allgemein.

Er habe letztes Jahr kleinere und kürzere Messen besucht, so in Bettlach oder in Büren. Aber Messepräsenz sei heutzutage auch zunehmend eine Kostenfrage. Bei günstigeren Standpreisen würden mehr Grenchner Gewerbebetriebe mitmachen, glaubt Schwab.

«Das ist wichtig für die mia, ebenso wie der Gratiseintritt.» Auch er würde eine kürzere mia bevorzugen, möglichst nicht über zwei Wochenenden. «Das wäre sonst für uns personalmässig nicht machbar.»