Mittelländer Ausstellung
Wie präsentiert sich die mia dieses Jahr?

Die Einführung der Eintrittspreise an der Ausstellung haben hohe Wellen geworfen. Einige Personen können sich aber freuen, denn Messeleiter Sandro Keller hat 100'000 Gratiseintritte gedruckt.

Andreas Toggweiler
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Aus dem Verkauf von Eintrittstickets sollen keine Einnahmen budgetiert werden.

Aus dem Verkauf von Eintrittstickets sollen keine Einnahmen budgetiert werden.

Isabel Mäder

Der Entscheid der FVF Messe Event AG, an der heurigen mia vom 25. bis 29. Mai ein System mit Eintrittspreisen einzuführen, hat in Grenchen hohe Wellen geworfen. Einige Grenchner Gewerbler haben deshalb auf eine Teilnahme verzichtet. Umso gespannter war man deshalb, von Messechef Sandro Keller zu hören, wie sich die mia dieses Jahr präsentiert. Bei der gestrigen Medienorientierung im Velodrome wurde klar: Die Messe wird zwar dieses Jahr etwas kleiner, kann aber deshalb keineswegs als Nonvaleur gelten.

In der Tat rechnet Keller damit, dass gleich viele Leute wie bisher die Messe besuchen werden, also zwischen 10'000 und 20'000. Dies dank einer grosszügigen Streuung von Gratiseintritten. «Wir haben 100'000 Eintrittskarten gedruckt, die hauptsächlich durch die Aussteller an ihre Kunden verteilt werden», sagte Keller vor den Medien. So verschickt etwa die SWG 13'200 Eintritte an alle Haushaltungen in ihrem Einzugsgebiet, ein Weinhändler habe gar 15'000 Billette geordert, und auch jeder, der beim Back-Kaffee ein mia-Brot kauft, ist dabei. Keller ist deshalb der Überzeugung, dass effektiv keine Hürde für einen mia-Eintritt bestehe. «Wer hier etwas zahlt, macht etwas falsch. Ich budgetiere publikumsseitig null Franken Einnahmen.»

«Sanfter Systemwechsel»

Was ist dann der Zweck dieses Systemwechsels? «Wir planen einen sanften Übergang zu einem Bezahlsystem. Die Kunden sollen Schritt für Schritt daran herangeführt werden», sagt Keller. Erstens will man wissen, wie viele Leute an die Messe kommen, und in einem weiteren Schritt auch, wer es ist.

Wer den SWG-Eintritt benutzt, muss schon diesmal seine Adresse angeben. Der Wunsch der Aussteller sei gross, mehr über die Messebesucher zu erfahren. Und schliesslich gehe es um die Finanzierung der Messe. «Eine Messe braucht langfristig drei Standbeine: Standgebühren, Sponsoren und Eintritte», meint Messeprofi Keller. Nur so könne sie überleben, wenn einmal ein Standbein einen Durchhänger verzeichne. Gratismessen seien heute die Ausnahme, meint er.

«Gut 100 Aussteller»

An dieser 27. mia werden laut Keller «gut 100» Aussteller dabei sein, also etwa 20 weniger als vor einem Jahr. Davon seien «etwa 10» aus Grenchen. Damit ist der Krebsgang der Ausstellerzahl Fakt. Allerdings werden bisher tragende Elemente wie der Lunapark auf dem Badi-Parkplatz und das Landwirtschaftszelt weiterhin dazugehören.

Die Ausstellung füllt das Velodrome sowie ein weiteres Zelt auf dem Vorplatz. Die Veranstaltungsbühne ist diesmal Open Air. Dort sind am Abend Auftritte von einheimischen Bands vorgesehen: am Donnerstag «Light Food», am Freitag «George» und am Samstag die Grenchner Kulturpreisträger in der Kategorie Nachwuchs, die «Basement Saints».

Grosses Kinderprogramm

«Wir sind eine Familienmesse und legen grossen Wert auf ein attraktives Kinderprogramm», meint Keller weiter. Kinder bis 12 Jahre in Begleitung Erwachsener haben freien Eintritt, es gibt einen Malwettbewerb zum Thema «Mein Grenchen», Bike Parcours, Kinderaktivitäten (Backen, Schminken), Auftritte von «Lauras Stern», «Die Maus» und Ueli Schmezer sowie die Kinder-Erlebniswelt der Firma Stickdruck . Ein Familienparcours der SWG mit Wettbewerb folgt am Sonntag. Die SWG beschränkt sich übrigens diesmal auf diese Aktivitäten für Kinder. Der klassische SWG-Stand fehlt, wie SWG-Chef Per Just bestätigt.

Das Landwirtschaftszelt mit der Leberberger Stube der Bauern umfasst diesmal die Sonderschau «Naturnahe Landwirtschaft beflügelt». Zu sehen sein soll auch die «weltweit kleinste Kuhrasse». Zwei weitere Sonderschauen zum Thema Wasser/Abwasser runden das Programm ab. Die Messe ist jeweils am Abend bis 20.30 offen, die Restaurants bis Mitternacht.