Grenchen

Wie die Politik die Stadtentwicklung steuern will

Stadtpräsident François Scheidegger sagt, wie die Stadt das Geld einsetzen will.

Stadtpräsident François Scheidegger sagt, wie die Stadt das Geld einsetzen will.

Nach dem Ja zum Landkredit der Stadt Grenchen nimmt Stadtpräsident François Scheidegger Stellung zu aktuellen Fragen der Stadtentwicklung.

Wo wird das vom Souverän jetzt bewilligte Geld primär eingesetzt?

François Scheidegger: Das ist zurzeit noch nicht definiert. Der Landkredit gibt uns primär Handlungsspielraum, um die bewährte Landpolitik der letzten Jahre fortsetzen zu können. In diesem Sinne möchte ich im Namen des Gemeinderates für das deutlich ausgesprochene Vertrauen danken.


Letztes Jahr hat die Stadt Land in der Wohnzone am Eichholzhügel gekauft. Was geschieht damit?
Das ist ein gutes Beispiel. Für das Land gab es schon viele Ideen, die nicht realisiert wurden und die auch nicht kohärent waren. Die Baudirektion hat jetzt einen Ideenwettbewerb durchgeführt für eine geordnete Überbauung, die städtebaulich Sinn macht. Es wurden mehrere Projekte eingereicht und auch schon ein Siegerprojekt erkoren. In einer nächsten Phase suchen wir einen Investor, der bereit ist, gestützt auf diese Vorleistung ein qualitativ hochstehendes Wohnbauprojekt zu realisieren. Der Vorteil der Stadt als Grundeigentümerin ist, dass kein Druck besteht, möglichst schnell etwas zu realisieren und damit auf den Markt zu kommen. Wir können den Fokus auf die Qualität richten und haben keinen Zeitdruck.

Der Gemeinderat hat kürzlich in geheimer Verhandlung die Aufhebung eines Gestaltungsplans im Lingeriz rückgängig gemacht. Was steckt dahinter?

Hier ist der Landkredit noch nicht zum Einsatz gekommen, er könnte aber noch dienlich werden. Konkret mussten wir auf unseren Beschluss vom Februar 2019 zurückkommen, weil die Bauherrschaft die damals formulierten Erwartungen nicht eingehalten hat. Das Projekt entsprach nicht den politischen Bestrebungen zur Aufwertung des Lingeriz-Quartiers. Wir prüfen nun, ob wir das Grundstück erwerben können. Hier käme der Landkredit wieder zum Einsatz und wir könnten über das weitere Vorgehen im Rahmen der Ortsplanungsrevision befinden.

Um die Skulptur, die am Zytplatz entstehen soll, ist es in letzter Zeit ruhig geworden. Wo harzt es?

Wir haben uns für einem Marschhalt entschieden. Es steht zwar eine Idee im Raum, die das Thema Zeit technisch gut aufgenommen hat. An der künstlerischen Umsetzung gilt es aber noch zu feilen. Mir wäre am liebsten, wenn wir einen Künstlerwettbewerb durchführen könnten, denn das Objekt sollte überzeugen und zu Grenchen passen. Dazu bräuchten wir einen entsprechenden Kredit. Gut Ding muss Weile haben.

Was halten Sie von einer Markthalle auf dem Marktplatz?

Ich bin grundsätzlich offen dafür, auch wenn die Idee nicht neu ist. Sie sollte allerdings die Vorteile des heutigen Marktplatzes nicht zunichtemachen. Für mich wäre beispielsweise eine Markthalle auf dem SoBa-Parkplatz prüfenswert.

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