Nach dem Scherbenhaufen für die Stadt hinsichtlich der Umstellung des Glassammlungssystems, raufen sich die Parteien zusammen und machen Vorschläge, wie es weitergehen soll.

Als eine der letzten Gemeinden der Schweiz wollte die Stadt nämlich Abschied nehmen von der Sammlung mit dem Kübelwagen und stattdessen Glassammelstellen auf dem Stadtgebiet bauen, wo sowohl das Altglas farbgetrennt, als auch Blechbüchsen entsorgt werden können.

Gegen dieses Vorhaben organisierte Gemeinderat Peter Brotschi Widerstand und war prompt erfolgreich. Die Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember stoppte die Stadt und verlangte gleichzeitig, dass das alte System beibehalten werde und die Kehrichtgebühren nicht erhöht werden dürfen.

Jetzt haben die Grenchner Parteien Vorschläge für das weitere Vorgehen formuliert. An der letzten Gemeinderatsitzung wurden zwei Motionen eingereicht, welche sich mit dem Thema befassen. Eine gemeinsame Motion von CVP, FDP und SVP ortet den Handlungsbedarf beim Gemeinderat selber: «... der Gemeinderat ist nun gefordert, dies zu überarbeiten und die Ausgestaltung einer zukunftsgerichteten Lösung, mit einer allfällig nötigen Gebührenerhöhung, zu prüfen.» Offenbar ist man sich bewusst, dass der Fünfer und das Weggli nicht zu haben sind.

«Ein besonderes Augenmerk sollte dabei neben den Finanzen und der Gesundheitsförderung unserer Werkhofmitarbeiter auch der Ökologie gelten», heisst es weiter. Beide Systeme hätten ihre Vor- und Nachteile. Doch werden zwei gewichtige Nachteile des heutigen Systems hervorgehoben. Zahlreiche Einwohner würden rügen, dass sie das Glas nicht umweltfreundlich farbgetrennt entsorgen können, was auch weniger Einnahmen für die Stadt zur Folge habe.

Alles in einem Gang

Und, dass Altglas wochenlang im Haushalt aufbewahrt werden muss, bevor man es entsorgen kann. «Manche fänden es praktisch, beim Einkaufen ähnlich wie PET etc. auch gleich Glas entsorgen zu können. Versorgen und Entsorgen liessen sich so in einem Gang ... erledigen.»
Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, «umgehend Lösungen vorzuschlagen, wie sie auch diesen ernst zu nehmenden Bedürfnissen Rechnung tragen kann», so die Motion. Das sind aber die Argumente, die eigentlich schon an der Gemeindeversammlung diskutiert wurden.

CVP-Gemeinderat Matthias Meier-Moreno hat die erste Motion als Erstunterzeichner für die CVP unterschrieben, reichte aber gleichzeitig eine eigene Motion ein, welche den Anliegen der ersten Motion aber teilweise widerspricht: «Die Glassammlung, welche weiterhin vom Werkhof durchgeführt wird, findet nur noch alle zwei Monate resp. sechsmal im Jahr statt», schreibt Meier Moreno. Ferner fordert er die Einführung von Glascontainern durch die Haushaltungen und schliesslich soll auch die gesamte Abfallbewirtschaftung kostendeckend sein.

Stadt auf Trab halten

Was meint Meier zu diesen Widersprüchen? - «Es geht mir in erster Linie darum, zu erreichen, dass überhaupt etwas passiert. Denn ich befürchte, dass die Stadt nach dem Entscheid der Gemeindeversammlung zuerst einmal längere Zeit nichts macht.» Meier versteht seine Vorschläge als Sofortmassnahme. «Mit den Sammelcontainern bei den Häusern analog zur Grünabfuhr wäre das Altglas in den Haushalten aus dem Weg und der Werkhof würde entlastet, da er weniger oft einsammeln müsste.»