Der Dilitsch bezeichnet eine Felsformation, die sich zwischen dem Weissenstein und Gänsbrunnen befindet. Am Fusse dieses pyramidenförmigen Ausläufers steht das «Christenhöfli».

Der ehemalige Landwirtschaftshof dient der Stiftung Schmelzi in Grenchen als neuer Stützpunkt mit fünf Plätzen für Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Probleme einen erschwerten Zugang zur Arbeitswelt bei der beruflichen Integration haben.

Gründe für verminderte Arbeitsmarktchancen von Menschen gibt es viele. In einem geschützten Umfeld soll Betroffenen ermöglicht werden, so weit und autonom wie möglich am Arbeitsgeschehen teilzunehmen – unter Anleitung und Begleitung von Arbeitsagogen. Damit geht die Grenchner Sozialinstitution Stiftung Schmelzi einen neuen Weg mit der am 1. Januar neu eröffneten WG «Am Dilitsch».

Die dieses Jahr 20 Jahre alt werdende Institution verfolgt primär die Betreuung und Gesundheitsförderung von Menschen, die im Bereich der psychosozialen Eigenständigkeit Unterstützung benötigen, vorwiegend Betroffene mit hohem Suchtpotenzial. Die sieben Wohngemeinschaften in Grenchen und Zuchwil bieten zudem im Schnitt mindestens 16 bis 30 Plätze an. In der neuen WG in Gänsbrunnen sind es deren fünf.

Die Stiftung Schmelzi führt im Christenhöfli» weiter, was vor zehn Jahren mit einer sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft begonnen wurde. Nachdem der Pionier Christoph Schenker sein Lebenswerk aufgegeben hatte, übernahm die Stiftung Schmelzi die Liegenschaft, die vorerst für fünf Jahre gemietet wird.

Momentan sind zwei der fünf Plätze belegt. Geleitet wird die WG durch Peter Bühlmann. Der gebürtige Berner Oberländer arbeitete vorher beim Kanton und war zuletzt für die Bewilligungsverfahren für stationäre Heime zuständig.

Auch für Burnout-Patienten

Künftig sollen in der neuen WG Menschen Hilfe finden, die sich für eine bestimmte Zeit in einer reizarmen Umgebung wieder in den normalen Arbeitsalltag eingliedern wollen. Die WG bietet fünf Schlafplätze. Geplant sind im gleichen Rahmen externe Arbeitskräfte, die in diesem geschützten Rahmen temporär auch ausserhalb der WG in Handwerksbetrieben in der Umgebung beschäftigt werden.

Gruppenleiter Peter Bühlmann könnte sich vorstellen, dass in einer späteren Phase auch Klienten aufgenommen werden, die für eine Entschleunigungsphase nach einem Burnout in dieser WG für ein paar Wochen eine ideale Umgebung finden würden. «Das ist aber eine Zukunftsvision und noch nicht spruchreif», ergänzt Bühlmann.

Bei Vollbetrieb ist angedacht, die Betreuung auf drei Personen mit 250 Stellenprozenten aufzustocken. Der Kanton Solothurn hat für die WG in Gänsbrunnen sechs interne Plätze bewilligt. (rrg)