12. Musikpreis Grenchen

Wettkampf der Blasorchester: Die Ostschweiz blitzt an der Bastion Freiburg ab

12. Musikpreis Grenchen: Die Siegerformation La Concordia Fribourg.

12. Musikpreis Grenchen: Die Siegerformation La Concordia Fribourg.

Im Rahmen der Internationalen Musikwoche Grenchen wurde zum ersten Mal seit 2005 der Musikpreis Grenchen durchgeführt. An der insgesamt 12. Ausgabe des Wettkampfs massen sich sechs Blasorchester der ersten und Höchstklasse sich im Parktheater.

Nach einem längeren Unterbruch fand im Rahmen der Internationalen Musikwoche Grenchen der 12. Musikpreis Grenchen statt – der letzte wurde 2005 ausgetragen. Zu diesem Wettbewerb für Symphonische Blasmusik waren Musikvereine der ersten und Höchstklasse eingeladen. Teilgenommen haben die Feldmusik Bennau, die Feldmusik Jona, La Concordia Fribourg, die Stadtmusik Frauenfeld, die Stadtmusik Winterthur und das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen.

In ausgeloster Reihenfolge stellen sich die Orchester einer internationalen Jury. Die fünf einzeln abgeschotteten Experten hatten keine Sicht auf die Orchester und mussten in Unkenntnis der Reihenfolge urteilen. Vormittags ging der Durchgang mit dem Aufgabestück über die Bühne, am Nachmittag die Selbstwahlstücke.

Seltenes Aufgabestück

Die von Eduard Lalo 1875 begonnene dreiaktige Oper «Le Roi d’Ys» wird heutzutage kaum mehr aufgeführt. Einzig die Ouverture schaffte es in die heutige Zeit. Ein entsprechendes Arrangement davon wird seit einigen Jahren immer wieder gerne bei Brass Band Wettbewerben gespielt, oft sogar als Aufgabestück. Genau das hat sich die musikalische Leitung des Musikpreises Grenchen nun auch zum Ziel gesetzt. Weil es eine Bearbeitung für ausgebautes Blasorchester noch gar nicht gab, gab sie das kurzerhand in Auftrag.

Die besten Bilder von der Internationalen Musikwoche Grenchen:

Betraut damit wurde der 1956 geborene Engländer Howard Lorriman. Er hat früher davon schon ein Arrangement für Brass Band geschaffen. Das neue für Blasorchester zeige noch immer die Handschrift eines Brassers, hörte man von Dirigenten. Sie sind es aber gewohnt, Anpassungen an ihrer eigene Besetzung vorzunehmen.

Jedenfalls war das ein Aufgabestück, das man sich gerne von allen sechs Orchestern angehört hat. Es waren sechs unterschiedliche Interpretationen. Allen gelang es, ihre Besetzung und ihren Stil einzubringen. Niemand kam an den obligat gesetzten Oboen und einem Englischhorn vorbei. Der Umgang damit war nur eine der vielen Vergleichsmöglichkeiten seitens des Publikums. So extrem exponiert wie die Stadtmusik Winterthur hat sie sonst niemand. Aber alle liessen diesen beiden Instrumenten die vom Arrangeur gewünschte Wirkung. Es gab wunderschöne Oboen- und Englischhornpassagen – und alle wurden von Frauen gespielt.

Ein enges Feld

Der Vormittag hat gezeigt, dass die favorisierte Concordia Fribourg zwar vorne liegen dürfte, die anderen aber keineswegs abfielen. Entsprechend erwartungsvoll durfte in den Nachmittag mit den Selbstwahlvorträgen gestiegen werden. Wieder musste die Stadtmusik Winterthur beginnen und tat das mit «Shakespeare Pictures» von Nigel Hess. Die Feldmusik Bennau (Leitung Erst May) brachte Mario Bürkis fünfsätzige Suite «Heidi und Peter» auf die Bühne. Die Feldmusik Jona (Leitung Urs Bamert) lancierte den internen Kampf der Ostschweizer mit einer interessanten Komposition. Dieses «Give Us This Day» von David Maslanka gefällt dank seinen wechselnden, aber immer spannenden Phasen in dünner Besetzung. Diese wusste der Dirigent auch wirklich auszureizen. Sein direkter Konkurrent, das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen (Leitung Stefan Roth), zog mit «Praise Jerusalem» beim Selbstwahlstück gleich.

Mit den beiden nicht ganz mithalten konnte da die Stadtmusik Frauenfeld (Leitung Thomas Fischer). Sie versuchte sich mit den viersätzigen «Bulgarian Dances» von Franco Cesarini. Wie schon beim Aufgabestück setzte sich die La Concorde Fribourg (Leitung Jean-Claude Kolly) an die Spitze. Sie gefiel musikalisch klar. Sie hatte mit «Wine-Dark» Symphonie for Band von John Mackey ein extrem interessantes Selbstwahlstück gewählt. An dem scheiden sich offensichtlich die sprichwörtlichen Geschmäcker. Wer moderne Musik schätzt und vielleicht auch ein Herz hat für Jazz, ist begeistert. So oder so – jedenfalls sicherten sich damit die Freiburger den Sieg. Zweite wurde das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen und Dritte die Feldmusik Jona.

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