Vor einigen Tagen fuhr eine Equipe der Stadtgärtnerei an der meistbefahrenen Kreuzung der Stadt auf und räumte die Bepflanzung rübis und stübis ab. Sogar ein kleiner Bagger wurde eingesetzt, um auch die Erdschicht abzutragen.

Die Kreuzung, wo Solothurnstrasse, Girardstrasse und die Kapellstrasse aufeinandertreffen, ist seither kahl. In der Südostecke hatte Stadtgrün Grenchen bisher stets eine recht aufwendige Bepflanzung mit Ziergemüse, Sträuchern und Blumen unterhalten und so einen allseits geschätzten Kontrapunkt zur Blechlawine gesetzt, welche sich über die Kreuzung ergiesst.

Würsch gibt Entwarnung

Passanten äussern sich schon beunruhigt: «Machen die jetzt eine zusätzliche Einspurstrecke oder sogar Parkplätze?», hiess es angesichts der kahl geräumten Ecke.

Tobias Würsch, Leiter von Stadtgrün Grenchen, gibt Entwarnung: «Keineswegs, wir bereiten das Areal für eine Neubepflanzung im kommenden Frühjahr vor. Dann werden wir wieder Blumen anpflanzen.»

Floral beunruhigte Einwohner können also aufatmen. Die Radikalkur mit dem Abräumen der ganzen Humusschicht war laut Würsch nötig, weil das Erdreich inzwischen zu viele Unkrautsamen und -wurzeln enthielt und dieses somit etwa gleich fleissig gesprossen sei wie die Blumen. «Das gab allmählich allzu viel zu tun beim Jäten.»

Vorerst kein neues Bänkli

Demnächst werde eine neue Substratschicht ausgebracht und im Frühjahr folge die Bepflanzung mit dem Sommerflor, erläutert der Stadtgärtnerei-Chef. Dasselbe Vorgehen werde auch bei der Bepflanzung der Rabatte an der Bahnhofstrasse beim Hotel de Ville gewählt.

Gleich neben dem erwähnten Areal stand übrigens bis diesen Sommer das «Raiffeisenbänkli», eine Holzbank, welche das gegenüberliegende Institut anlässlich seines Einzuges in die neue Liegenschaft gesponsert hatte und das von Buspassagieren dankbar genutzt wurde.

Es fiel im Sommer einem spektakulären, aber ansonsten glimpflich verlaufenen Unfall zum Opfer: Es wurde nämlich von einem Schiff(!), auf einem Anhänger notabene, gerammt. Wie bei der Raiffeisenbank zu erfahren ist, bestehen zurzeit keine Pläne für einen Ersatz der Sitzbank. Die Wiese, auf der sie stand, gehört der Stadt und soll mittelfristig überbaut werden.