Grenchen
Werke von Peter Travaglini: Künstlerarchiv startet Kartenprojekt

Der im Januar verstorbene Künstler Peter Travaglini aus Büren a. A. hatte und hat für Grenchen eine grosse Bedeutung. Er pflegte zeitlebens einen engen Kontakt und nahm auch am Kulturgeschehen der Stadt teil.

Andreas Toggweiler
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Parktheater, Regenbrunnen 1986 Am Sonntag wird anlässlich des Museumstages eine Karte vorgestellt, die zeigt, wo überall in Grenchen im öffentlichen Raum Werke des im Januar verstorbenen Peter Travaglini zu sehen sind
14 Bilder
Zwinglihaus, Eingangstüren 1966
Vorplatz Bürohaus Bahnhofstrasse 1994
Taufkapelle Eusebiuskirche, 1967
Travaglini in Grenchen
Restaurant Feldschlösschen 1972
Migros, Reste Platzgestaltung von 1973
Kläranlage, Bronzeplastik 1981
ETA Werk 1, Marktplatz 1978
Bürohaus Bahnhofstrasse (ehemals SBG), 1972
Haldenschulhaus 1972
BBZ, Betonfiguren 1990
Alterszentrum Kastels, Lebensbaum, 1969
Allianzwappen Grenchen-Schlettstadt

Parktheater, Regenbrunnen 1986 Am Sonntag wird anlässlich des Museumstages eine Karte vorgestellt, die zeigt, wo überall in Grenchen im öffentlichen Raum Werke des im Januar verstorbenen Peter Travaglini zu sehen sind

Thomas Schärli

Dies brachte ihm nicht zuletzt einen «Chappelitüfel», die höchste Ehrung der Stadt, ein. Denn, wenn man durch Grenchen geht, stösst man auf zahlreiche künstlerische Werke von Travaglini. Sie sind im öffentlichen Raum der Stadt quasi omnipräsent.

Das Künstlerarchiv Grenchen hat aus diesem Grund ein spezielles Projekt gestartet: «Wir wollten auf einer Karte darstellen, wo man in Grenchen überall auf Travaglini-Werke stösst», erklärt Thomas Schärli vom Künstlerarchiv Grenchen. Denn Travaglinis Schaffen ist zwar durchaus charakteristisch, aber ebenso vielfältig und ist deshalb wohl nicht für alle auf den ersten Blick erkennbar.

Manches ist verschwunden

«Es sind auch nicht mehr alle Werke im Originalzustand erhalten», erklärt Schärli weiter. So seien die Betonplastiken beim Migros teilweise verschwunden und auch der «Blumenweg» beim Spital habe die jüngste Umgestaltung der Anlage nicht unbeschadet überstanden. Nicht zu reden von Wandmalereien in der ehemaligen Metzgerei im Keller des Howeg-Gebäudes, von denen nur noch Fotos existieren.

Der ehemalige Stadtbaumeister Claude Barbey – selber künstlerisch vielfältig begabt – hat im Keller des Parktheaters eine Karte von Grenchen angefertigt, auf der die Lage der Travaglini-Werke eingezeichnet wurde. Thomas Schärli hat diese fotografiert und dokumentiert. So ist eine kleine Ausstellung entstanden, die morgen am Museumstag im Parktheater erstmals gezeigt wird. Eine Fotowand zeigt eine Übersicht der Werke im öffentlichen Raum. Skizzen, Grafiken und Kleinskulpturen, die im Zusammenhang mit den ausgeführten Arbeiten stehen, geben einen vertieften Einblick in deren Entstehung.

Ist der nur eintägige Museumstag nicht zu wenig, um das Schaffen von Travaglini in Grenchen zu würdigen? Thomas Schärli geht davon aus, dass das Material später für eine Travaglini-Monografie Verwendung finden kann. Der Nachlass Travaglinis befinde sich im Besitz seiner Familie. Folgende Werke von Peter Travaglini auf Stadtgebiet sind dokumentiert:

Tauf- und Werktagskapelle Eusebiuskirche: gesamte Ausstattung und Fenster, 1967

Reformiertes Kirchgemeindehaus Zwingli: Brunnenanlage (Granit); Reliefs Eingangstüren Zwinglihaus (Alu), 1966

Schützenhaus Grenchen-Bettlach: Betonplastik, 1968

Alterszentrum Kastels: «Lebensbaum», Aluplastik, 1969

Haldenschulhaus: Kette (Aluplastik) und Wandmalerei, 1972

Bürohaus Bahnhofstrasse (ehemalige SBG): Wandgestaltung innen, Beton mit Alukette, 1972; Vorplatz: «Die Schreitende», Granit, 1994

Migros: Reste der ursprünglichen Platzgestaltung, Betonbrunnen und Betonplastiken, 1973

ETA, Marktplatz: «Die Entblössung der behüteten Zeit», Bronzeplastik, 1978

Kläranlage Regio Grenchen: «Glockentierchen», Bronzeplastik, 1981

Parktheater: «Regenbrunnen», im Park, Granit, 1986 und Allianzwappen Grenchen-Schlettstadt, Gemeinderatssaal, Metallplastik

Berufsbildungszentrum: Platzgestaltung mit Betonfiguren, 1990

Kunsthaus: Figurengruppe, Granit, 1993

Restaurant Feldschlösschen: Kegelplastik (Holz), Glasbetonfenster, 1972