Die Bürgergemeinde möchte ihre drei Bergrestaurants bzw. Berghöfe an das öffentliche Kanalisationsnetz anschliessen und suchte zu diesem Zweck Synergien mit der SWG. Die Idee ist, die Kanalisationsröhren zusammen mit der Stromabführung vom auf dem Grenchenberg geplanten Windpark zu realisieren. Dies sieht die Gemeinderatsvorlage «Infrastrukturprojekt Berghöfe Grenchenberg» vor, welche der Gemeinderat am Dienstagabend zuhanden einer öffentlichen Auflage behandelte.

Grundsätzlich könnte das Abwasser der Berghöfe auch mit Kleinkläranlagen auf dem Untergrenchenberg und dem Stierenberg gereinigt werden, wobei bei Letzterem eine geeignete Versickerungszone für das gereinigte Abwasser zuerst noch bestimmt werden müsste. Die Lösung mit Kläranlagen käme zum Einsatz, falls die SWG die Netzverstärkung nicht bauen würde (d. h. der Windpark nicht gebaut würde). Favorisiert wird aber klar die Lösung mit dem Kanalisationsanschluss.

Gleichzeitig sieht das Projekt auch den Ersatz der Trinkwasserleitungen vor, da die Stierenberg-Quelle mangels Ergiebigkeit künftig nicht mehr genutzt werden soll. Das Wasser vom Stierenberg soll künftig aus der Quelle des Reservoirs Oberberg kommen, welches auch schon den Unterberg versorgt. Zwischen Oberberg und Unterberg sollen in jedem Fall neue Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden.

Die Kostenvoranschläge betragen für die Kanalisationsleitungen rund 1,1 Mio. Fr. und für das Trinkwasserprojekt rund 0,8 Mio. Fr. Betreffend Abwasserprojekt wurde seitens der Bürgergemeinde ein Gesuch an die Stadt hinsichtlich Kostenbeteiligung eingereicht.

Der Gemeinderat stimmte dem Projekt im Grundsatz zu, teilte aber die Vorbehalte von Stadtbaumeister Aquil Briggen, welcher die unorthodoxe Leitungsführung kritisierte. Es sei ausserhalb der SIA-Normen, wenn die Kanalisation im Graben über der Wasserleitung verlegt werde. Auch seien die Leitungen im Graben einzeln schlecht für Reparaturen zugänglich. Die SWG mache Kostengründe für diese Leitungsführung geltend, sagte Briggen. (at.)