Howeg-Areal
«Wer heute nicht auf die Solarenergie setzt ist wirklich von gestern»

Der Grenchner Unternehmer Ernst Müller ist von Solarenergie überzeugt. So hat er das Dach und die südliche Gebäudewand des Howeg-Komplexes mit Solarpanels überzogen. Die Anlage produziert jährlich rund 700 000 kWh Strom und hilft massiv Öl zu sparen.

Andreas Toggweiler
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Besuch auf Grenchens grösster Solaranlage
9 Bilder
Solarpanel-Fassaden sieht man nicht so oft
Zeitweise war der ganze Howeg-Komplex eingerüstet
Ein Teil wurde als InDach-Anlage realisiert
Die Anlage erzeugt bis zu zu 750 000 Watt Leistung
Der grösste Teil der Dachflächen wird genutzt
Auch die Shed-Dächer wurden bestückt
Der Blitzschutz gehört dazu
Der Howeg-Komplex wurde auf Minergie getrimmt

Besuch auf Grenchens grösster Solaranlage

Andreas Toggweiler

Man merkt Ernst Müller die Begeisterung an. «Die Solartechnologie ist einfach ein Hit. Ohne Immissionen und ohne Abfälle wird Energie in Hülle und Fülle erzeugt. Wer heute nicht auf die Solarenergie setzt ist wirklich von gestern.»

Der umtriebige Grenchner Unternehmer hat zweifellos ein neues Steckenpferd. Und das sieht man schon von weitem. Kaum eine Liegenschaft der Stadt wurde bisher so konsequent mit Solarpanels überzogen wie der Gebäudekomplex an der Maienstrasse.

Im südöstlichen Teil wurde sogar die Gebäudewand «solarisiert», was man heute noch selten antrifft. «Damit kann ich auch die Abend- und Morgensonne optimal ausnützen», erklärt Müller und lädt freimütig zur Führung über die Dächer der verwinkelten Liegenschaft.

Ausser an der Nordseite des Giebeldach-Teils prangen seit Ende 2013 auf allen Dachflächen Solarpanels, sogar auf den Dachaufbauten der Lifte. «Die Anlage ging am vergangen 20. Dezember ans Netz», verkündet Müller stolz. Die Gerüste stehen nur noch, um Spenglerarbeiten nachzubessern.

Eindrückliche Daten

Die technischen Daten sind eindrücklich: 4700 Quadratmeter Solarmodule wurden verbaut. Damit wird bei vollem Sonnenschein eine Leistung von 750 Kilowatt erzielt. 45 Wechselrichter machen aus dem Gleichstrom Wechselstrom. Pro Jahr wird eine Produktion von rund 700 000 Kilowattstunden erwartet.

«Eigentlich sollte man heute keinen Neubau mehr ohne Solaranlage bewilligen», erklärt Ernst Müller und deutet durch das Fenster auf die neue Swatch Fabrik. «Zumindest auf dem Hochregallager hätte dort eine Solche sicher Platz gehabt.»

Die Montage der Solarpanels haben bei Müller Mitarbeiter seiner Firma MetoFer Automation übernommen, weshalb er auch nicht sagen könne, was ihn die Anlage genau gekostet habe, wie er sagt. «Der Gebäudeversicherungswert beträgt 2,5 Mio. Franken.»

Viel investiert

Seit Müller vor rund 18 Jahren den ganzen Howeg-Komplex übernommen hat, hat er vor allem eines gemacht: investiert, und dies nicht zu knapp. Das Gebäude ist inzwischen Minergie-Zertifiziert und mit einer Holzschitzel-Heizung ausgestattet. «Vorher habe ich 180 000 Liter Öl im Jahr gebraucht. Heute brauchen wir ein Äquivalent von 30 000 Litern, also sechs mal weniger.»

Rund 80 Mietparteien «bevölkern» laut Müller das rund 25 000 m2 grosse Areal. Vom Veranstaltungslokal «Luxory», über kleinere Firmen und Läden, ein «Wellness-Center» bis zu Migros-Outlet und Otto's. Die «Altersresidenz» im ehemaligen Bürogebäude nicht eingerechnet. Diese sei übrigens ausgebucht, betont der Patron.

Für KEV angemeldet

Ketzerische Frage: Wäre es, angesichts der enormen Mittel, die Müller in den letzten Jahren in den Howeg-Komplex gesteckt hat, nicht billiger gekommen, alles abzureissen und neu zu bauen?

«Nein», sagt der Unternehmer dazu nur. Und es hätte wohl auch nicht seinem Naturell entsprochen. «Nachhaltigkeit und Gesundheit sind zwei wichtige Dinge in meinem Leben», betont er.

Mit der Solaranlage seien die grossen Investitionsbrocken für das Areal jetzt aber mal abgeschlossen, meint der 65-Jährige Müllers Solaranlage ist für die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) angemeldet. Das heisst, bis in einigen Jahren wird er auch Subventionen für den Solarstrom erhalten, für den ab diesem Zeitpunkt eine Lieferverpflichtung besteht. Bis zu diesem Zeitpunkt darf er seinen Strom auch selber brauchen.