Der Helikopter ist aus der Luftfahrt nicht mehr wegzudenken. Er transportiert alle und alles: Die verletzte Kuh von der Alp ins Tal, den VIP an die Konferenz und den Holzstamm aus dem Bergwald.

Und der Helikopter fasziniert: Das wurde einmal mehr offensichtlich, als der Flughafen Grenchen mit dem Heli-Weekend zum zehnten Mal zu einem Schauplatz ganz im Zeichen der Drehflügler wurde. Zu bestaunen gab es Hubschrauber aller Gattungen. Vom kleinen, zweiplätzigen «Heuwender», wie es in der Fliegersprache salopp heisst, bis zur riesigen militärischen Transportmaschine, dem Sikorsky CH-53GA des Hubschrauber-Geschwaders 64 der deutschen Luftwaffe. Der Riesenheli war gleich am Anfang der Ausstellung der Hingucker.

Helis hautnah am 10. Heli-Weekend

Helis hautnah am 10. Heli-Weekend

Am Wochenende fand auf dem Regionalflughafen Grenchen SO das 10. Heli-Weekend statt. Interessierte Besucher konnten hier Helis anschauen, anfassen und sogar damit fliegen.

Später gesellte sich der Kamov KA 32 von Heliswiss International hinzu. Eindrücklich bei ihm sind die koaxial angeordneten, gegenläufig drehenden Hauptrotoren. Dieses System bietet den Vorteil einer besseren Umsetzung der Energie in Kraft, was diesen Helityp zum absoluten Meister in Schwerlast-Transporten macht.

Dass Helikopter nicht nur Arbeitspferde sind, sondern auch komfortable Transportmittel, bewies der Agusta Westland AW109 Grand New der Mountainflyers aus Bern-Belp. Zurück in die Gründungszeit der Helikopter ging es mit dem Bell 47: Der schöne Oldtimer-Heli mit dem Gitterrumpf hatte als Typ seinen Erstflug vor 72 Jahren.

Flugshow des Super Pumas der Schweizer Armee am Heli-Weekend Grenchen

Flugshow des Super Pumas der Schweizer Armee

Ein grosser Trumpf des Heli-Weekends ist es, dass eine grössere Nähe zu den Helikoptern nicht mehr möglich ist: Das Publikum drängte sich um die Drehflügler, konnte mit der Hand über die glatten und farbigen Oberflächen fahren. Die Sinne wurden angesprochen, das Tasten, Sehen, Riechen und natürlich das Hören mit dem Pfeifen der Triebwerke und dem Knattern der Rotorblätter. Wo man hinblickte, sah man die Zuschauer in Gespräche vertieft mit den Piloten, Mechanikern und Flughelfern.

Dass ein «Eichhörnchen» heute in den Bergen das moderne Maultier ist, bewies Erwin Schärz mit einem Ecureuil-Helikopter: Der Pilot von Air Glacier flog eine Demo mit Unterlast und zeigte, welche Effizienz und Genauigkeit mit diesem aviatischen Arbeitsgerät möglich sind. Ein Publikumsmagnet war auch der Airbus Helicopter EC145 der Rega, die ihre Basis von Bern-Belp nach Grenchen verlegte.

Das bedingte, dass der Heli ab und zu in einem Einsatz abwesend war. Offen ist, wie es mit den Grenchner Heli-Weekends weiter geht. Die Hauptorganisatoren Monika Arbenz und Hans Wüthrich von der Firma Heli-West möchten sich nach zehn Ausgaben zurückziehen.

An der gleichzeitig mit dem Heli-Weekend stattfindenden Schweizermeisterschaft im Helikopter-Präzisionsfliegen siegte das Team «Blitz Helicopter» aus Oensingen mit Pilot Christoph Weber und Co-Pilot Enzo Rota.

Bei der Helikopter Schweizermeisterschaft absolvieren Christoph Weber und Enzo Rota den Slalom fehlerfrei

Bei der Helikopter Schweizermeisterschaft absolvieren Christoph Weber und Enzo Rota den Slalom fehlerfrei