Klima-Debatte

Wenn Schüler von ihrer Exkursion erzählen

Hat durch das Projekt «Eiger-Klima-Schulen» viel gelernt: Die Klasse 2a der Bezirksschule Grenchen.  zvg

Hat durch das Projekt «Eiger-Klima-Schulen» viel gelernt: Die Klasse 2a der Bezirksschule Grenchen. zvg

Die Klasse 2a der Bezirksschule Grenchen ist eine von nur 70 Schulklassen, die sich am diesjährigen Projekt «Eiger Klima Schulen» beteiligen durften. Derweil berichteten die Jugendlichen über ihre Erfahrungen während der Exkursion.

Drei der Schülerinnen und Schüler erzählen, wie es ihnen ergangen ist und was für persönliche Konsequenzen sie aus der Exkursion ziehen. Sie waren alle sehr betroffen und beeindruckt.

Die 13-jährige Anna Schütz aus Grenchen fand die Exkursion sehr interessant und lehrreich. Sie hätte nie gedacht, dass der Rückgang des Eises so gross ist, sagt sie. Und sie möchte ihren Teil zum Klimaschutz beitragen, wo immer es geht, denn auch in 30 oder 40 Jahren sollten alle Menschen noch Gletscher sehen können. «Ich fände es auch gut, wenn mehr Leute als nur die 70 Schulklassen so eine Exkursion machen und ihre Lehren daraus ziehen würden.»

Kinder wissen um den Klimawandel

Besonders die Experimente haben Anna Schütz Eindruck gemacht: So habe die Leiterin bei einem der verschiedenen Experimente, den Permafrost mittels eines Hakens, an dem Kieselsteine angefroren waren, simuliert. Als dann mit Hilfe von Föhns der Klimawandel simuliert wurde, seien zuerst ganz wenige der Steine abgefallen und dann auf einmal alle, so wie es in der Natur in Form von Steinschlägen und Felsabbrüchen auch passiere. «Wer das erlebt hat, kommt mit einer anderen Einstellung zurück», sagt sie.

Die 13-jährige Victoria Müller wusste schon vor der Exkursion, dass die Umwelt geschädigt wird. Aber das Ausmass, in welch kurzer Zeit der Klimawandel stattfindet und die Gletscher sich zurückziehen, findet sie sehr beängstigend. «Dass der Rückgang immer schneller vonstatten geht, ist sehr beunruhigend.» Man habe ihnen das anhand von Markierungen mit Jahresangaben gezeigt.

Auch Fotos der Gletscher aus früheren Jahren verdeutlichten die Erwärmung. «An manchen Stellen ist das Eis früher mehr als 50 Meter dick gewesen, jetzt ist es entweder ganz weg oder nur noch einen Meter dünn.» Ihre Familie habe das Ausmass nicht gekannt und sei über ihre Informationen und Fotos erschrocken. In Zukunft würden sie sicher noch mehr Anstrengungen unternehmen, Strom zu sparen, sagt Victoria Müller.

«Ein Glücksfall»

Der 17-jährige Michael Ebert aus Bettlach bringt es auf den Punkt: «Wir sind die Zukunft». Die Jugendlichen von heute und ihre Kinder seien die Direktbetroffenen. Man laufe auf eine Katastrophe zu und müsse sofort handeln. Er sei auch sensibilisiert worden, und wenn er jetzt von sich zu Hause Richtung Alpen schaue, habe er den Eindruck, es habe wesentlich weniger Schnee als früher.

Schon jetzt habe es auf dem Berg im Winter wenig Schnee, verglichen mit früher. Und er möchte auch in Zukunft snowboarden können. Sein Vater kenne die Gletscher noch von vor 10 Jahren und sei schockiert über die aktuelle Situation. In der Familie seien sie schon immer bestrebt gewesen, Strom zu sparen und zu recyceln. In Zukunft werde man in seiner Familie sicher auch etwas weniger Auto fahren.

Alle drei sind sich einig, dass bei allen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ein Umdenken und eine Sensibilisierung stattgefunden haben. Anfangs hätten alle die Wanderungen als anstrengend und langweilig empfunden, aber im Nachhinein sei das Ganze sehr lehrreich und eindrücklich gewesen. Es sei wünschenswert, dass mehr Leute diese Informationen aus erster Hand bekämen und ihre Konsequenzen daraus zögen.

Die Grenchner Klasse 2a hat letztlich viel über die Gletscher und den Treibhauseffekt gelernt. Dass seine Klasse als Teilnehmer auserkoren wurde, sei ein Glücksfall gewesen, freut sich Lehrer Beat Bürgin. Er hatte schon zum zweiten Mal die Gelegenheit, mit einer Klasse die dramatischen Folgen des Klimawandels vor Ort zu studieren.

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