Die Klassen des 7. Schuljahres beschäftigen sich in dieser Woche mit dem Thema «Sucht». Dabei standen nebst den Genussmitteln Alkohol und Tabak auch Rauschmittel und Drogen wie Cannabis zur Debatte. Aber auch neue Medien haben ein gehöriges Suchtpotenzial.

Aus diesem Grund drehten sich gleich zwei Veranstaltungen um den Umgang mit ihnen: Einerseits ging die Jugendpolizei in einer zweistündigen Veranstaltung auf Gefahren und Nutzen ein und beleuchtete gesetzliche Bestimmungen und die Konsequenzen bei Missbrauch.

Andererseits wurde in einer Veranstaltung unter dem Titel «What’s up» mittels Rollenspielen die Problematik im Umgang mit Handy, Computer, Games und Co. erörtert.

Noch redet man ...

Alessandra Pontiroli, Englischlehrerin an der Sek P, hatte die Aufgabe übernommen, der Klasse 1c der Sek E in zwei Lektionen das Thema etwas näher zu bringen. Doch bevor man zu den Rollenspielen übergehen konnte, musste zuerst einmal definiert werden, welche Arten von Kommunikation es gibt und welche davon von den Schülerinnen und Schülern selber aktiv benutzt werden. Erwartungsgemäss kommunizieren die Meisten in der Schule verbal mit ihren Freunden und Kollegen.

Nach der Schule, in ihrer Freizeit oder am Wochenende treten sie aber per SMS oder sonstigen Message-Diensten wie WhatsApp, Skype oder über soziale Netzwerke wie Facebook mit ihnen in Kontakt. Briefe oder Karten schreiben und telefonieren sind kaum mehr gefragt. Eher wird zum Handy gegriffen oder der Computer gestartet.

Hier ortete Pontiroli ein erstes Problem. Denn es stellt sich die Frage, wie oft und wie lange man sich in der «digitalen Welt» aufhält, sprich: online am Computer oder per Handy kommuniziert.

Eine spontane Umfrage zeigte, dass von den 15 Schülerinnen und Schülern immerhin fast die Hälfte, nämlich sieben, weniger als eine Stunde pro Tag mit neuen Medien beschäftigt sind. Zwei sind ungefähr eine Stunde pro Tag online, zwei weitere rund zwei Stunden und vier Schüler gaben an, durchschnittlich mehr als drei Stunden pro Tag mit Computer oder Handy beschäftigt zu sein. Die Zeitdauer legen meistens die Eltern fest.

Bedenkenträger Eltern

Die Schülerinnen und Schüler gaben auch gleich selber an, was für Gründe die Eltern in der Regel anführen: Zuviel ihrer kostbaren Freizeit werde verschwendet und sie hätten zu wenig Zeit für andere Aktivitäten und echte soziale Kontakte; die Kosten können hoch ausfallen, die Gesundheit könne gefährdet werden und es bestehe eine latente Suchtgefährdung. Vom möglichen Missbrauch, dem man zum Opfer fallen könne, ganz zu schweigen.

Auf diesen Aspekt konnte in der Veranstaltung weniger eingegangen werden, allerdings schien den meisten der Jugendlichen klar, dass man nichts Privates von sich oder anderen im Netz preisgeben sollte, um einem Missbrauch vorzubeugen.

Rollenspiele

Die Kids studierten anschliessend in Gruppen kleine Rollenspiele ein, die sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern vorführten. Sie nahmen die Rollen von Eltern und Kindern ein und demonstrierten in kurzen Sequenzen mögliche Probleme mit den Erziehungsberechtigten aufgrund unterschiedlicher Auffassung der neuen Medien.

Zum Abschluss diskutierte Alessandra Pontiroli mit den Teenagern die Möglichkeiten, wie man mit Eltern solche Probleme besprechen kann und machte auch klar, dass das Argument «alle anderen machen das auch so» nicht unbedingt geeignet sei, die Erziehungsberechtigten zu einem Einlenken zu bewegen. «Wenn viele eine bestimmte Meinung haben, heisst das noch lange nicht, dass diese deswegen richtiger ist als eine andere Meinung, die nur von wenigen vertreten wird.»

Für sie sei wichtig, dass man die Folgen eines übermässigen Konsums neuer Medien, insbesondere die Gefährdung der Gesundheit, nicht unterschätze.