Ferienpass

Wenn Miniköche an Töpfen und Pfannen stehen

Praktikantin Mila Mejia zeigt den Kindern, wie man Rüebli richtig schält und raffelt.

Praktikantin Mila Mejia zeigt den Kindern, wie man Rüebli richtig schält und raffelt.

Grenchner Kinder, die ihren Urlaub daheim verbringen, können den Ferienpass Grenchen nutzen. Einer der beliebtesten Kurse war «Kochen für Boys and Girls» im Lindenhaus. 12 Kinder bereiteten dort ein leckeres Menü zu.

Auf dem Speiseplan stehen: Spiesschen mit Tomate, Mozzarella und Gurken, ein Poulet-Pesto mit Kartoffeln aus dem Ofen, ein Eisberg-Karottensalat und als Dessert wird eine Götterspeise sowie selbst gemachte Lollipops kredenzt. Dieses Menu haben sich die 12 Kinder gemeinsam mit den Leitern des Lindenhauses ausgesucht. «Wir haben ihnen verschiedene Rezepte vorgeschlagen und sie konnten daraus ihr Lieblingsmenü zusammenstellen», erzählt Regula Lüthi, Leiterin des Lindenhauses. «Sie haben sich ziemlich schnell geeinigt, es gab keine Streitereien. Schnell war klar, was es zu essen geben soll.» Nachdem das Menü feststand, ging die versammelte Truppe gemeinsam die Zutaten einkaufen.

Nachfrage war enorm gross

«Die Nachfrage nach diesem Kurs war dieses Jahr riesig», freut sich Lüthi, «Es haben sich so viele Kinder angemeldet, dass wir uns entschlossen haben, den Kurs zweimal durchzuführen.» Dies freut die Leiterin des Lindenhauses. «Wir hatten so eine lange Warteliste für diesen Kurs, für einen anderen, den wir angeboten haben, allerdings nicht. Also war schnell klar, dass wir es auf diese Art lösen würden.»

Zurück vom Einkaufen bilden sich Gruppen. Jede dieser Gruppen wird einen Gang des Menüs zubereiten. Die Gruppe der Vorspeise schält und schneidet die Gurken und bereitet die Spiesse vor. Die Hauptspeisen-Gruppe bereitet die Pesto-Marinade für die Pouletschenkel und -flügel vor und die Jungs von der Dessertgruppe legt eine Gratinform mit Löffelbiskuits aus. Unterstützt werden die Kinder von Lindenhausleiterin Regula Lüthi, Jugendarbeiter Mario Macia und Praktikantin Mila Mejia.

Jede Gruppe arbeitet verantwortungsbewusst und hat sichtlich Spass daran. Die drei Kinder von der Vorspeisengruppe spiessen die Gemüsespiesse auf eine Styroporkugel, sodass ein Gemüse-Igel entsteht. Da dies die kürzeste Arbeit ist, dürfen sie danach die Lollipops aus bunten Bonbons vorbereiten. Währenddessen kocht Lüthi zusammen mit Joel von der Dessertgruppe den Vanillepudding für die Götterspeise auf. Dieser wird anschliessend über das Löffelbiskuit und die darauf gelegten Himbeeren gegossen und die Form kommt für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank. Auch die Gruppe, die sich um die Hauptspeise kümmert, ist schon weit: Die Hähnchenstücke sind mit Pesto mariniert und kommen ebenfalls in eine feuerfeste Form, zusammen mit marinierten Kartoffeln. Auch die Salatsauce ist mittlerweile fertig.

Beim Essen wird es still

Schon bald sind alle Gerichte bereit und können serviert werden. Mit knurrendem Magen setzen sich alle an den Tisch. Jede Gruppe stellt ihr Essen noch einmal vor und erklärt, was sie genau getan haben. Danach herrscht für kurze Zeit Stille am Esstisch, nur das Klappern des Besteckes ist noch zu hören, ein gutes Zeichen, dass es den Kindern schmeckt. «Oh ja, das war lecker», sagt die neunjährige Miriam. Sie hat zu ihrem Geburtstag ein Kochbuch geschenkt gekriegt und ist seitdem «infiziert». Sie helfe auch sonst gerne in der Küche, daher war es für sie klar, dass sie diesen Kurs wählen würde.

Vor dem Dessert erhalten die Kinder eine Führung durch das Lindenhaus, dann wird die Götterspeise serviert. Das einzige Geräusch, was zu hören ist, ist ein lang gezogenes «Mmmmmmmmh». Von der Götterspeise bleibt auch mit Abstand am wenigsten übrig. Während des Essens erzählt die neunjährige Nathalie: «Ich habe auch schon mit meiner Mutter zusammen gekocht, daher habe ich schon etwas Erfahrung.» Überhaupt ist erkennbar, dass alle Kinder schon einmal in einer Küche gestanden haben. Kein Griff scheint unsicher, kein Schnitt unüberlegt. Nach dem Essen kommt leider der unangenehme Teil des Kochens: das Abwaschen. Doch auch diese Aufgabe meistern die Kinder locker.

Zum Schluss erhält jeder einen selbst gemachten Lollipop, eine Speisekarte mit allen Rezepten sowie Informationen zum Lindenhaus.

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