Grenchen wurde zum Jahresanfang gut durchgelüftet. Alles, was nicht stand-, niet- und nagelfest war, wurde vom Wind auf den Strassen verteilt. Ein Stadtbummel ohne Ölzeug war diese Woche nicht ratsam, mit Schirm schon gar nicht.

Dafür traf man auf allerhand interessante Dinge, die an den überraschendsten Stellen herumliegen bzw. hängen: die Rückstände vom Silvesterfeuerwerk, umgestürzte Container, Abfälle jeglicher Art, zerfetzte Werbeplakate und auch die halbe Grünabfuhr inklusive diesen und jenen Weihnachtsbaum. Nur die Polstergruppen und Wohnwände blieben (in etwa) dort stehen, wo sie immer sind.

  • Apropos. Nachdem auch der Granges-Politiques-Kolumnist diese Woche die Stadt als öffentliche Müllhalde thematisiert hatte (der Stadtbummler tat dies ja auch schon), wurde die Redaktion von einschlägigen Bildern aus den Quartieren eingedeckt, und an Ratschlägen an die Politik mangelte es nicht. Bis hin zur Idee, dass Neuzuzüger den Empfang der Entsorgungsbroschüre schriftlich quittieren müssen. Sofern es die richtige Broschüre ist, könnte man dazu sagen. So oder so: mal schauen, wann das Thema auf der Politagenda auftaucht. Schaden dürfte eine vertiefte Diskussion dem Stadtbild jedenfalls nicht - wenn es denn nicht nur bei der Diskussion bleibt.
  • Der Sturm brachte auch noch andere Schwachstellen, buchstäbliche, ans Licht. Dem Vernehmen nach hat er gleich mehrere Bäume im altehrwürdigen Park der Schild-Villa am Kirchenhügel das Leben gekostet. Hoffen wir, dass das nicht allzu ernste Konsequenzen für die gesamte Parkanlage hat. Bei Bäumen kann man bei Sturmwarnung – die ja diesmal rechtzeitig kam – nicht allzu viel machen. Entweder sie überstehens, oder eben nicht.
  • Gut reagiert hat der Coop, der seine neue Beflaggung vorsorglich vor dem Sturm eingeholt hat, soweit dies technisch möglich war. Fast alle Fahnen haben den Orkan so überlebt. Erstaunlicherweise auch alle städtischen Fahnen vor der Raiffeisenbank – inzwischen ohne Europafahne –, welche die Belastungsprobe mit Bravour gemeistert haben. Sie haben während der ganzen Arie von Burglind in ausgerollter Achtungstellung geflattert. Chapeau! (Und adieu schöner Regenhut ...)
  • Das Spannende bei Belastungsproben ist ja, dass man nie genau weiss, wie sie herauskommen.

Im Zweifelsfall einfach mal probieren: Das wäre ein gutes Motto zum neuen Jahr.