«20 Jahre liegen zwischen unserem ältesten Mitglied und dem Jüngsten», beschreibt Roger Kurt, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schulen Grenchen, seine Bandmitglieder von «The Code» und die generationsübergreifende Liebe zur Rockmusik, die sie verbindet. Fast schon genau so lange, seit über 16 Jahren, probt der Kern der Truppe zusammen. «Jetzt ist es langsam aber sicher an der Zeit, einem grösseren Publikum zu zeigen, was wir drauf haben», findet der Schulleiter und Hobbymusiker mit Blick auf die ehrgeizigen Zukunftspläne der Band.

Dabei hat «The Code» schon an diversen Anlässen gespielt und erste Erfolge verbucht. So haben die sechs Rocker im Mai 2011 ihre erste CD-Single mit einem üppigen Konzert getauft und letzten Sommer an der Schulschlussfeier im Parktheater Grenchen vor versammelter Lehrerschaft und dem Stadtpräsidenten gespielt. Das Publikum staunte nicht schlecht, als ihr Schulleiter plötzlich musikalisch rockige Töne anschlug.

Schliesslich ist ein Schulvorsitzender im Anzug, der zuerst eine Rede schwingt, um dann eine halbe Stunde später in Jeans und mit Band die Bühne rockt, nichts Alltägliches. Gefallen hat der Auftritt trotzdem, «die Rückmeldungen waren allesamt positiv», sagt Kurt. «Obschon ich anfangs meine Bedenken hatte, vor meinen Mitarbeitern zu spielen.»

Wie die Band entstand

Slogans wie zum Beispiel «ein Schulleiter rockt die Uhrenstadt» hätten sich für den Auftritt viele finden lassen. «Schön wäre es», und Kurt lacht beim Gedanken daran, mit seiner Band von den Titelseiten der Boulevardblätter zu grinsen. «Solche Schlagzeilen schreiben wir noch nicht». Mit Betonung auf noch, «wir wünschen uns, zukünftig auf grösseren Bühnen zu spielen und von den Hochzeits- und Geburtstagsfesten wegzukommen.»

Während 1990 die Hardrock-Band «Guns N’Roses» auf ihrer Welttournee enorme Erfolge verbuchte, trafen die angehenden Sekundarschulpädagogen und begeisterten Musiker Thomas Hefti, Martin von Burg und Jürg Iseli, aufeinander. Neben dem Lehrerdasein teilten die jungen Männer noch eine andere Leidenschaft – Rockmusik. Die Ursprungsband «Banville» war geboren. Auf der Suche nach einem Proberaum wurde man im Luftschutzkeller der Mehrzweckhalle Lüsslingen fündig. Stefan Kohler, Vermittler des neuen Übungsraums und ebenso leidenschaftlicher Klavier- und Gitarrenspieler, stiess dazu.

Roger Kurt spielte damals parallel zu den Rockern in einer anderen Gruppe. Als Kurts Bandmitglieder Solothurn den Rücken kehrten, um ihr musikalisches Glück (erfolglos) in der Grossstadt Zürich zu suchen, stösst Kurt zu «Banville» hinzu. Mit dem Schlagzeuger Markus Obrecht und seinem Neffen Mischa Obrecht ist die Bandformation 2010 komplett.

Trotz der Altersunterschiede haben sich sechs verwandte Seelen gefunden, was das Publikum bei den Auftritten durchaus spürt. «Wir harmonieren in jeder Beziehung», sagt Roger Kurt. Inzwischen wurde auch der Bandname angepasst. «Banville» änderte in «Mind The Depp», es folgte «Genetic Code» und schliesslich «The Code».

Der Neue und das Neue

Mit Mischa hatte sich die Bandeinen talentierten Pianisten ins Boot geholt. «Es war ein Wendepunkt für uns, da ein Keyboard viele Möglichkeiten bietet.» Kurt weist auf das Song-Repertoire der Band hin, welches dadurch erweitert werden konnte. Ein Beispiel ist die Coverversion «Jump» der Gruppe Van Halen. Ein Stück, das mit viel Klavierklang unterlegt ist. Nicht nur musikalisch kam mit Mischa neuer Schwung in die Band, sondern auch technisch.

Man ist jetzt «up to date», wie Kurt bemerkt. «Mischa hat uns eine Homepage gestaltet und die weite Welt von Facebook nähergebracht», lacht er. Mit dem neuen Internetauftritt will man vom Klischee der 0815-Coverband wegkommen. Wenn die Musiker einen Wunsch offen hätten, dann wäre es, einmal an einem Open Air zu spielen. «Auf einer riesigen Bühne, wo man sich richtig austoben kann», träumt Roger Kurt.

Vielleicht befindet sich die Band momentan noch nicht auf der Überholspur, aber auf dem richtigen Weg ist «The Code» allemal. In Kürze folgt bereits das zweite Album. Ausserdem sind Auftritte im «Bärechäller» in Aarburg und an der Grenchner Kulturnacht Anfang September geplant.