Stadtbummel Grenchen

Wenn der Narr die Herrschaft (über den Verstand) gewinnt

Statt der Baselworld 2016 eine Grenchen world?

Statt der Baselworld 2016 eine Grenchen world?

Für Grenchner ist Grenchen heimelig, eine Stadt, die sich sehen lässt. Aber wir Grenchner wissen oft auch aus eigener Erfahrung, dass unsere Heimat fälschlicherweise nicht den besten Ruf geniesst. Als Studentin, die viel in Basel unterwegs ist, bekomme ich tatsächlich nicht selten die für Uhrenstädter bereits altbekannten Kommentare zu hören, sobald ich meinen Wohnort nenne. Dass ich keine Baslerin bin, hört man ja bereits nach den ersten Worten und, oh ja, Gelächter bricht manchmal mitten im Gespräch los – «sag das nomol», erklingt es. Und ich sage dann doch etwas stolz «Basu» (sicher nicht «Basel»), betone das «u» absichtlich etwas mehr als es nötig gewesen wäre.

Manchmal schweige ich über einen Anti-Grenchen-Kommentar, manchmal aber kann ich mir eine Erwiderung nicht verkneifen. Natürlich - es gibt überall, egal, wo man wohnt, immer Verbesserungspotenzial, und einige jüngsten Entwicklungen der Stadt können kritisiert werden. Dennoch ist es nur natürlich, dass man sich als Grenchnerin und Grenchner wünscht, ernstgenommen zu werden.

Wir sind ja unter Narrenherrschaft, und da kommen doch einem ganz eigentümliche Ideen, wie man das nun vielleicht doch noch bewerkstelligen könnte. Zum Beispiel könnte man mit einem Eisstadion in der Nähe des Velodromes Eiskunstläufer und eine Sonderausgabe des Art On Ice nach Grenchen holen. Gerade war auch wegen des neuen Amerikanischen Präsidenten das Wachskabinett in London in den Medien; vielleicht bräuchte Grenchen auch eines, um lokale, nationale und internationale Köpfe den Touristenscharen zu zeigen, die dann nach Grenchen strömen. Man könnte auch einen Zoo eröffnen oder mit Basel verhandeln, um die Uhren- und Schmuckmesse abwechslungsweise in Grenchen und Basel durchzuführen. Eine «Grenchen World» würde das Image sicher sehr schnell hochkurbeln, alle Stereotypen und falschen Vorstellungen würden fallen. Und als Uhrenstadt hätten wir doch ein Anrecht darauf!

Vielleicht könnte man es irgendwie schaffen, das WEF in die Uhrenstadt zu holen. Will man den Gerüchten glauben, so waren die zwei Hubschrauber vom Dienstagabend wegen des chinesischen Staatchefs in der Luft, der per Zug von Davos zurückreiste. Das ist doch ein guter Anfang, darauf lässt sich aufbauen.

Und genauso könnte Grenchen sich einen Namen machen, wenn es als erste Stadt vollständig auf erneuerbare Energien umsteigen würde, und so kämen dann eben tatsächlich Windräder auf den Berg, um dieses Ziel anzugehen. Und ja, vielleicht kann Grenchen dann deutlich machen, dass es sich die Sticheleien von Solothurn nicht bieten lassen muss – so wäre es um die Häme und Überheblichkeit geschehen, die wir von Osten her über uns ergehen lassen müssen. – Und wer weiss, vielleicht bildet Grenchen sogar irgendwann einen eigenen Kanton ...

Die Närrin tritt ab.

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