Grenchen

Wenn das Orchester mit dem Solisten mitfiebert

Voll konzentriert: Dimitry Ashkenazy.

Voll konzentriert: Dimitry Ashkenazy.

Das Grenchner Stadtorchester glänzte zusammen mit Klarinettist Dimitri Ashkenazy und führte das Publikum im Parktheater in eine vielseitige und spannende Musikwelt der Klassik und Romantik.

Der berühmte Schweizer und Isländer Ashkenazy führt in der ganzen Welt eine rege Konzerttätigkeit. In Grenchen konnte er mit dem zweiten «Konzert für Klarinette und Orchester» in Es-Dur (Carl Maria von Weber) die Zuschauer mit seiner Virtuosität fesseln.

Dieses Stück präsentierte sich farbenprächtig und prachtvoll, bot viel Raum für die Spielfreude des Solisten, sodass dieser alle Möglichkeiten seines Instruments ausschöpfen und genial zur Geltung bringen konnte. Das Orchester trat ein wenig in den Hintergrund.

Im majestätischen und träumerischen Allegro konnte man fast schon verzaubert dem Frage-und-Antwort-Spiel zwischen seiner Klarinette und dem Fagott lauschen. Dabei schien es in gewissen Passagen, als würde das Orchester an den Lippen der Klarinette hängen. Im dritten Satz fieberte das Orchester mit und übernahm anschliessend die Melodien der Klarinette.

In innerer Ruhe

Durch die Begeisterung des Publikums gab Ashkenazy eine Zugabe. Er führte mit dem schottischen und anonymen Volkslied «Cumha craobh nan teud» die Zuhörer durch liebliche Klänge in eine Welt der inneren Ruhe.

Das Stadtorchester unter der ausgezeichneten Leitung von Daniel Polentarutti konnte dynamisch und harmonisch völlig überzeugen. Die Pianissimi wurden hervorragend umgesetzt. Die Ouvertüre von Mozarts «Schauspieldirektor», das eine Komödie über das Theater und seine Stars ist, füllte den Raum mit fröhlichen und beschwingten Tönen, die eine Leichtigkeit und Verspieltheit ganz im Sinne des Salzburger Komponisten verströmten.

Übermut und Witz

Als Schlussbouquet wurde im zweiten Teil Beethovens erste Sinfonie in C-Dur aufgeführt, die in ihren vier Sätzen die Grösse des Komponisten zeigte. Unter seinen Zeitgenossen war dieses übermütige Stück revolutionär. Das tänzelnde Andante führte spielerisch in verschiedene Klangwelten, die von den Blasmusikern und den Streichern feinfühlig geschaffen wurden. Das rasche Menuetto kam imposant und mächtig daher, während im letzten Satz die verschiedenen Instrumente das melodische Thema nacheinander aufgriffen und ein gewitztes Finale schufen.

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