Wie ist eine sinnvollere und vor allem vernetzte Energienutzung in der Region konkret möglich? Mit dieser Frage beschäftigt sich der überkommunale Energierichtplan der Regionalplanungsgruppe Grenchen-Büren (Repla GB). Gestern hat sie den Auftrag für die 180'2000 Franken teure Unternehmung an das Büro Planar AG für Regionalplanung aus Zürich vergeben.

Der Richtplan betrifft Berner und Solothurner Gemeinden, wird aber lediglich im Kanton Bern behördenverbindlich sein; im Kanton Solothurn handelt es sich um ein Pilotprojekt (wir berichteten).

An ihrer Jahresmedienkonferenz informierte die Repla GB über den aktuellen Stand: Bis Mitte Jahr sollen die Grunddaten zusammengetragen, bis Ende 2013 die Endprodukte fertig sein. Es handelt sich um Richtplankarte (GIS), Planungsbericht und Massnahmenkatalog. Wie Geschäftsführer Jean-Pierre Ruch erklärte, wird der Katalog je nach Gemeinde unterschiedlich detailliert sein, für grössere Gemeinden wie Grenchen, Lengnau und Büren konkreter als für kleinere.

Bis Ende 2014 soll der Energierichtplan in Kraft treten. Dort, wo es verbindlich wird, kann das Planungsinstrument später Verpflichtungen auslösen. Legt eine Gemeinde für ein Gebiet etwa fest, dass Neubauten an einen Wärmeverbund angeschlossen werden müssen, würde dies für den Bauherrn Pflicht. Repla-Präsident Konrad Schleiss erklärte aber, dass der Energierichtplan primär für Neubauten gedacht sei. «Es ist nicht die Idee, in alten Häusern die Heizungen rauszureissen.» Der Richtplan sei eine Planungsgrundlage. Ziele sind eine Koordination der Wärmeversorgung, eine regionale Abstimmung zwischen bestehender und neu auszubauender Infrastruktur und die Festlegung einer Versorgungsstrategie. Auch Energieversorger sind im Projekt involviert.

Weniger Abfall am Bettlerank

Positives hat die Repla von der Bekämpfung des Litterings zu berichten: Im Raum Aare und Emme sind die Institutionen ProWork respektive Perspektive mit dem Säubern der Flussufer beauftragt. Fast 50000 Liter Abfall wurden 2012 zusammengetragen. Während das Littering von 2010 auf 2011 noch zugenommen hatte, ging die Abfallmenge von 2011 auf 2012 wieder um gut ein Viertel zurück.

Beim Bettlerank dürfte der Rückgang sogar noch deutlich höher sein, sagte Geschäftsleiter Ruch. Dies sei zum Teil auf das neue Fahrverbot zurückzuführen, was auch der Schlussbericht von «ProWork» und der «Perspektive» bestätigt. Weiterhin sehr unangenehm seien aber die vielen Glasscherben, Hundekotsäckli und benutzten Toilettenpapiere am Bettlerank. «ProWork» schlägt ausserdem vor, zwei bis drei neue Fässer aufzustellen, da nach wie vor Papiertaschen und Säcke um die alten, teils verrosteten Fässer herum deponiert werden.

Das Fahrverbot hat aber nicht nur positive Auswirkungen. Das Problem hat sich zum Teil verlagert. Beobachtet wurde dies unter anderem an der Aare zwischen Grenchen und Arch sowie auf einigen Picknickplätzen in der Stadt, wo es mehr Verkehr und Abfall gab.

Negative Auswirkungen hatte das Fahrverbot gemäss Ruch auch aus einem anderen Grund: Der Kanton musste für Taucher, Fischer und den am Bettlerank beheimateten Hundeklub zahlreiche Extrabewilligungen ausrichten. Diese sind teilweise missbraucht worden, Leute seien plötzlich mit ihren Hunden da spazieren gegangen, wo es verboten ist. Der Kanton sei bei der Vergabe deshalb inzwischen deutlich restriktiver.