Ich bin gestresst, und dabei hat der Endjahresrummel noch gar nicht angefangen. Je älter ich werde, desto schneller drehen die Tage, und Aktivitäten und Verpflichtungen prasseln in einem Tempo auf mich nieder, dass mir die Luft ausgeht. Höchste Zeit für etwas Wellness, hier und heute! Nur wie und wo, der Nöchi no?

Früher ging der Grenchner – zumindest der Gutbetuchte − ins «Bachtelenbad» an die heisse Quelle oder auf den Weissenstein zum Kuren. Aber die glorreichen Tage des Bachtelenbades sind genauso vergangen wie die des Kurhauses ob dem «Göiferlätsch»; dort oben dürfte man im Moment mit all dem Baulärm eher gestresster vom Berg runterkommen, als man hinaufgegangen ist. Das Grenchner Hallenbad punktet zwar neben kühler Frische mit Holzschnitten von Peter Wullimann, ist aber, wie ich vernommen habe, im Moment noch geschlossen. Was nun? Ins Solbad nach Schönbühl, oder in den «Hot Pot» auf dem Grenchenberg? Oder die Billigvariante: Zwei Pack Reo-Salz in die Badewanne?

Da mir meine Haut für die letzte Idee doch etwas zu lieb ist, grüble ich über Alternativen. Wellness kann ja auch geistig oder seelisch genossen werden, das hängt ja sowieso alles zusammen. Und unsere Gegend bietet Gratis-Wellness für alle Sinne im Übermass: eine Wanderung ins Eichholz oder zum Kappeli, die bunten Herbstfarben und den stahlblauen Himmel geniessen, ein Shoppingtüürli mit Tête-à-Tête bei den engagierten Ladenbesitzern, die Grenchen durchaus sein Eigen nennt. Oder etwas kulturelle Bereicherung?

Angeregt vom letzten Punkt konsultiere ich den städtischen Eventkalender und stosse auf mannigfaltige Trouvaillen. So präsentiere ich hiermit, exklusiv und rechtzeitig für alle frühen Zeitungsleser, meinen persönlichen Tipp für eine geistig-seelisch-körperliche Wellness-Kur am heutigen Samstag: Um 10 Uhr ab zum Kunsthaus zur Stadtführung «Kulturstadt Grenchen» mit Sandra Sieber, gefolgt von einer Wanderung ins Chappeli mit Imbiss. Danach Kurzandacht in der Kapelle und zurück in die Stadt für einen kurzen Shopping-Abstecher ins «Per Te».

Dann zuhause aufmöbeln und um 16 Uhr ins Parktheater zur Vernissage «Was für ein Theater!». Danach wieder einen Happen und um 20 Uhr ab zum bluesig-folkigen Konzert von Norm Strauss in die Aula im Schulhaus IV. Und wer dann noch nicht genug und wie ich die 40 schon überschritten hat, verschiebt zurück ins «Park» zur Ü40-Tanznacht. Sucht Euch was aus, oder macht alles davon – Wellness vom Feinsten!