Die Baudirektion ist jetzt beauftragt, die Akten des Projekts Windkraft Grenchen während 30 Tagen öffentlich aufzulegen. Einspracheberechtigt sind Organisationen und Einzelpersonen, die «mehr als die Allgemeinheit» vom Projekt betroffen sind. Stadtplaner Fabian Ochsenbein und Projektleiter Urs Seiffert orientierten über die wichtigsten Eckwerte des Projekts, die aber den meisten Gemeinderäten schon hinlänglich bekannt waren.

Einstimmiges ja

Auch die Stimmung im Grenchner Gemeinderat in Sachen Windkraft ist bekannt: Einstimmig gab der Rat seinen Segen zur Auflage. Alle Fraktionssprecher lobten das Projekt, das sehr sorgfältig ausgearbeitet sei, auf alle betroffenen Rücksicht nehme und die schädlichen Auswirkungen auf Mensch und Natur gering halte. «Über den Wohlstand von morgen entscheidet die Energiepolitik von heute», sagte FDP-Fraktionschef Hubert Bläsi. Er rief aber auch in Erinnerung, «dass wir heute nicht über Windpark ja oder nein abstimmen.» Er habe Verständnis auch für die Kritiker, der Windpark sei aber im Vergleich zum Nutzen ein «verhältnismässiger Eingriff».

«Die SP hat 2007 mit einem Postulat den Anstoss zum Windpark gegeben und wir unterstützen diesen auch weiter», sagte SP-Fraktionschef Remo Bill. «Das Projekt wurde nach allen ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien von verschiedenen Instanzen geprüft und als machbar und sinnvoll eingestuft.» Es decke zwei Drittel des Strombedarfs der Privathaushalte Grenchens und Gewerbebetriebe und habe auch den Vorteil, dass es - im Gegensatz zu einem AKW - mit wenig Aufwand rückgebaut werden könne.

«Es hinterlässt auch keinen strahlenden Abfall für Jahrtausende», ergänzte Andreas Kummer seitens der CVP. Für die Schweiz in der Energiewende sei eine gewisse Eigenversorgung mit Energie wichtig. Auch Nicole Hirt (GLP) sprach von einem «wichtigen Schritt für die Energiestrategie.»
Kritisiert wurden Gegner, die erst jetzt aus dem Busch kommen namentlich von SVP-Fraktionschef Richard Aschberger. «Zehn Monate nach der verpassten Mitwirkungsfrist noch mit Forderungen aufzukreuzen ist unverschämt.» Er selber habe sich ausgiebig mit dem Projekt befasst und auch Windkraftanlagen besichtigt. Fazit: «Wir befürworten das Windkraftwerk auf unserem Hausberg.»

Gegner unbeirrt

Die Gegner lassen sich allerdings nicht beirren. Man sei mit dem Geldsammeln für eine Sammeleinsprache gut unterwegs, sagte Jürg Allemann von «ProGrenchen» am Rande der Gemeinderatssitzung. Konkrete Zahlen nannte er allerdings nicht.