Die Tradition der Grenchner Adventsfenster schien vor noch nicht allzu langer Zeit dem Untergang geweiht. Keine der bisherigen Initianten wollten den Brauch fortführen, ein Aus nach nur 10 Jahren stand unmittelbar bevor.

Edith Mettler von der Firma Stick-Druck, die selber seit Längerem selber aktiv mitmachte, konnte das nicht einfach so akzeptieren und meldete sich spontan, um bei der Organisation und Durchführung mitzuhelfen und neuen Schwung hineinzubringen. «Eigentlich ist es das elfte Jahr, wir sehen es aber als Neuanfang, als das erste Jahr» sagt sie.

«Wir», das sind neben Edith Mettler, die alle Schreibarbeiten erledigt, Flyer gestaltet und Einladungen verschickt, Renata Käser von Grenchen Tourismus, die seit Anfang mit dabei war, jetzt aber etwas kürzer treten möchte, und Silvia Z’Berg, die mithilft, wo sie gebraucht wird. Sie verteilt die Flyer in den Grenchner Geschäften und verpackt die kleinen Dankesgeschenke für die 24 Gestalter der Weihnachtsfenster.

Nicht nur Fenster

Es sei schwierig gewesen, alle Fenster zu besetzen, sagt Mettler. «Das kommt wahrscheinlich daher, weil die Leute meinen, es müsse absolut ein Fenster sein, das weihnachtlich geschmückt wird». Dem sei aber nicht so. Sie selber habe mit ihrer Familie zusammen zum Beispiel den nahen Waldrand einbezogen und aus Zuckerstangen einen «Gschänklibaum» gestaltet – in Anlehnung an «Pippi Langstrumpf» von Astrid Lindgren, die den Stadtkindern in ihrem Garten einen Geschenkbaum errichtet hatte und zum Dank dafür eine Trompete geschenkt erhielt.

«Wir haben unser ‹Fenster› mit einem kleinen Wettbewerb kombiniert. Wenn dieser Erfolg zeigt, werden wir nächstes Jahr etwas Grösseres mit allen Fensterbastlern durchführen», sagt Mettler.

Keine Grenzen

Es sei durchaus möglich, dass man einen Hauseingang oder Garten schön schmücke, der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt.

Grenchen Tourismus unterstützt die Aktion, Thermoskrüge und Tassen werden zur Verfügung gestellt. Jeweils von 17 Uhr bis 19.30 Uhr sind die «Fenster» geöffnet und am Eröffnungstag erwartet die Besucher jeweils ein warmes Getränk.