Velodrome
Wegen eines defekten Vorderreifens: Es reichte «nur» für den 2. Rang

Der Grenchner Jan Swager van Dok bleibt im Besitz des Stundenrekordes für Hobbyfahrer im Tissot Velodrome. Josua Ritter scheiterte heute Nachmittag beim Versuch, eine neue Bestleistung aufzustellen, hatte dabei allerdings auch viel Pech.

André Weyermann
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Volle Konzentration: Josua Ritter startet zu seinem Rekordversuch.

Volle Konzentration: Josua Ritter startet zu seinem Rekordversuch.

André Weyermann

Der 36-jährige Elektroingenieur war angetreten, die 41,342 Kilometer zu übertreffen. Er lag auch im Fahrplan, als ihn nach einer Viertelstunde ein defekter Vorderreifen stoppte. Der Baselbieter zeigte grosse Moral, liess sich einen neuen Vorderreifen aus dem Lager des Velodromes aufziehen und startete noch einmal. Am Schluss fehlte dann doch ein Stück. Mit 40,523 Kilometern erreichte er aber die zweitbeste Leistung, die in dieser Kategorie im Schweizer Nationalstadion bisher gefahren wurde.

«Ich denke, der Rekord ist machbar», erklärte er nach seinem Versuch. Ans Aufgeben habe er nicht gedacht, obwohl er den zusätzlichen Effort gegen Ende schon gespürt habe. «Das Ganze ist vor allem mental eine riesige Herausforderung. Ich komme bestimmt wieder», fügte Josua Ritter hinzu.

Nun visiert er aber zuerst andere sportliche Ziele an. Zusammen mit ein paar Kollegen, die ihn in Grenchen unterstützt haben, ist er bei einem Amateur-Team engagiert. Mit diesem bestreitet er eine Rennserie im Baselbiet, und auch die Berner Rundfahrt steht auf seinem Programm. Er habe bei seinen bisherigen Renneinsätzen gespürt, dass er wohl eher der Zeitfahrer sei und sich nach der Absolvierung eines Bahnkurses im Velodrome eben entschieden, diesen Rekordversuch zu wagen.

«Das ist schade», kommentierte Jan Swager van Dok das Scheitern seines Herausforderers. «Ich hätte mich wirklich gefreut, denn so wäre der Ansporn für einen weiteren Versuch gross gewesen.» Fügt dann aber bei: «Ich mache mich trotzdem wieder ans Trainieren und werde dann halt meinen eigenen Rekord angreifen».

Wer weiss, vielleicht wagt sich ja inzwischen noch jemand anders an seine Bestleistung. Die Rekordjagd initiiert hatte übrigens der Geschäftsführer des Velodromes, Peter Wirz, persönlich, als er vor knapp 3 Jahren die erste «Duftmarke» setzte.