Mecaplex

Wegen Coronakrise: Massiver Stellenabbau bei Grenchner Luftfahrtzulieferer geplant

Das Firmengebäude von Mecaplex in Grenchen.

Das Firmengebäude von Mecaplex in Grenchen.

Die Grenchner Firma Mecaplex plant einen massiven Stellenabbau. Fast die Hälfte der Belegschaft ist betroffen. Schuld ist die Coronakrise.

Gestern hat die Geschäftsleitung die Belegschaft über den bevorstehenden Stellenabbau orientiert. Bis zu 35 Personen, fast die Hälfte der Belegschaft, die zurzeit noch 73 Personen zählt, könnten demnach Ende September den blauen Brief erhalten. Das ist ein schwerer Schlag für den Grenchner Traditionsbetrieb, der sich insbesondere als Zulieferer für die Luftfahrtindustrie einen Namen gemacht hat.

Voll von der Coronakrise getroffen

Laut Angaben der Firma, welche seit 2009 zum Glas Trösch Konzern gehört, hat die Coronokrise, welche die Flugzeugindustrie hart getroffen hat, auch voll auf den Zulieferer durchgeschlagen. Dies zwinge, im erheblichem Umfang Personal abzubauen, schreibt Andreas Scheib, Leiter Kommunikation der Glas Trösch Holding AG, zu entsprechenden Informationen aus Gewerkschaftskreisen.

Der genauen Umfang des Personalabbaus werde sich aus dem gestern eingeleiteten Konsultationsverfahren ergeben. Dieses daure bis Ende September. «Erst dann können die definitiven Massnahmen bestimmt und kommuniziert werden», schreibt Scheib auf die Frage, ob ein Sozialplan existiert oder nicht.

Konsultationsfrist bis Ende September

Während dem Konsultationsverfahren haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, Vorschläge zu machen, wie Arbeitsplätze gerettet werden können. Da die Luftfahrtindustrie sehr langfristig plane, sei zurzeit nicht absehbar, wann sich die Märkte erholen. Insofern habe sich die Geschäftsleitung gezwungen gesehen, jetzt zu handeln. Die deutlichen Umsatzeinbussen hätten bereits anfang März eingesetzt, so Scheib.

Die Firma Mecaplex wurde im Jahr 1948 als Spin Off der damaligen Farner Flugzeugwerke in Grenchen gegründet und pflegt bis heute hauptsächlich Aktivitäten für die Luftfahrtindustrie. Sie hat sich bei Kabinenverglasungen für Flugzeuge und Helikopter einen Namen gemacht, ist aber auch in den Bereichen Fahrzeuge und Leichtbau tätig. Vor der Finanzkrise von 2008 beschäftigte sie noch rund 100 Personen.

2009 kam es zum Verkauf an die Glas Trösch Gruppe. Zwar ist Plexiglas heute eine gefragte Ware zum Bau von Corona-Schutzeinrichtungen jeglicher Art. Hat Mecaplex hier den rechtzeitigen Umstieg auf solche Produkte verpasst?

Scheib verneint das. «Nein, das Material und die Anforderungen für Flugzeugverglasungen sind nicht vergleichbar mit den handelsüblichen Plexiglas Corona-SpuckAusrüstungen», schreibt der Glas Trösch Kommunikationschef dazu.

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