Ein Lebensmittelgeschäft mit Bistro solle auf dem Bahnhofareal Ost entstehen: «Die SBB haben die Absicht geäussert, auf ihrem Grundstück ein Provisorium zu verwirklichen. Was vorgesehen ist und wer dort einziehen wird, wissen wir nicht.

Es liegen den Behörden von Büren noch keine schriftlichen Gesuchsakten vor.» Diese Mitteilung vom Ratstisch brachte die Gemeindeversammlung in Fahrt.

Jetzt meldeten sich besorgte Mitbürger und verlangten nach mehr Auskünften – die Kocher nicht geben konnte – und forderten den Gemeinderat auf, dass er das ganze Projekt kritisch verfolge.

«Sollte ein solches zustande kommen, werden die Geschäfte im Stedtli trotz oder gerade wegen der neuen Begegnungszone darunter leiden», lautete der Grundtenor. Das grosse Unbehagen in der Bevölkerung wurde vom Ratstisch sehr wohl zur Kenntnis genommen.

«Demnächst wird der Gemeinderat ebenfalls ein generelles Baugesuch für das Projekt Raum für Schule und Öffentlichkeit auf der Maeschimatte einreichen. Wir wollen damit einzig eine Planungssicherheit erreichen», begründete der Bauvorsteher.

Bis es zur Ausführung des Vorhabens komme, werde die Gemeindeversammlung noch einige Male etwas zu sagen haben, versicherte er. Wer bei der Vorstellung des Finanzplans aufgepasst hatte, stellte fest, dass das Vorhaben vom Gemeinderat auf die lange Bank geschoben worden ist.

Kein Grund zur Sorge

Es gab von den versammelten Bürerinnen und Bürer weder zu Budget 2011 noch zum Finanzplan 2011 bis 2015 Fragen, und sie genehmigten so beide Geschäfte stillschweigend. Gemeinderat und Finanzvorsteher Pius Leimer hatte mit seinen kurzen, aber bestimmten Erklärungen zu den Zahlen scheinbar die richtige Auswahl getroffen.

Die Laufende Rechnung für das nächste Jahr rechnet mit einem Aufwand von 20,741 Mio. Franken und einem Ertrag von 20,501 Mio. Franken. Das daraus resultierende Defizit von 240000 Franken wird von der Gemeindeversammlung stillschweigend akzeptiert. Wichtig war für die schweigende Mehrheit der Versammelten zu wissen, dass die Steueranlage im nächsten Jahr bei 1,64 Einheiten bleibt.

Ja, Leimer hatte bei der Vorstellung des Finanzplanes sogar versichert, dass an diesem Satz in den nächsten Jahren nicht geschraubt werde: «Auch im Wissen darum, dass das Eigenkapital der Gemeinde Büren in den kommenden fünf Jahren um fast die Hälfte, auf 3,339 Mio. Franken, schrumpft.

Grundgebühren senken

Leichtes Spiel hatte zuvor auch Bauvorsteher Herbert Kocher. Was vor drei Jahren von der Gemeindeversammlung nicht goutiert worden ist, fand nun stillschweigende Anerkennung. Für die jährlich wiederkehrenden Gebühren (Grundgebühren) für die Abfallentsorgung gilt im
Aarestedtli künftig ein Gebührenrahmen.

Minimal haben die Bürener Haushalte pro Jahr 50 Franken, maximal 75 Franken zu zahlen. «Weil das Polster in der Spezialfinanzierung beachtlich ist, schlägt der Gemeinderat vor, dass im nächsten Jahr pro Halbjahr 25 Franken in Rechnung gestellt werden», schlug Kocher der Versammlung vor. Wer wollte da schon etwas sagen dazu, geschweige denn gegen die Reduktion der Kosten um 25 Franken sein?

Tempo 20 im Stedtli kommt

Gespannt hörten die Versammelten zu, was ihnen Herbert Kocher zur Umfahrung Bahnhofstrasse, zur Gestaltung des öffentlichen Raums im Stedtli, zum Raum für Schule und Öffentlichkeit und zum Vorhaben Lebensmittelgeschäft auf dem Bahnhofareal zu berichten hatte.

Zur Umfahrungsstrasse sagte der Bauvorsteher, dass im nächsten Jahr mit dem Bau der beiden Kreisel beim Coop und der Einmündung der Bahnhofstrasse in die Bernstrasse zwei happige Brocken anstehen. «Toleranz gegenüber den Bauarbeitern und den Verkehrsteilnehmern wird gefragt sein», appellierte Kocher.

29 Einsprachen seien gegen das Baugesuch zur Gestaltung des öffentlichen Raums im Stedtli beim Regierungsstatthalteramt Seeland in Aarberg eingegangen.

«Wir stehen unter Zugszwang», sagte Herbert Kocher, «wenn die Umfahrungsstrasse fertig ist, müssen wir bereit sein, damit der Transitverkehr nicht mehr durchs Stedtli rollt.» Etwas Gutes könne er den vielen Einsprachen dennoch abgewinnen, so Kocher weiter: «Niemand ist gegen die Einführung von Tempo 20.»