Oft hören wir diese Tage, dass die Geschäfte auf dem Platz Grenchen Mühe haben, wirtschaftlich erfolgreich zu agieren. Wenn wir unsere nähere Region betrachten, wohnen hier über 35'000 Menschen, die in ihrem Zentrum «Grenchen» einkaufen könnten. Das ist ähnlich der Einwohnerzahl des Kantons Obwalden. Natürlich müssen die Angebote attraktiv sein, gut beworben werden und die Öffnungszeiten passen. Aber offensichtlich genügt das noch nicht!

Die Frage stellt sich daher: Was gilt als «Einheimisches»? Sind die Angebote von Migros und Coop einheimisch oder ist es nur das Brot von unserem Bäcker oder das Fleisch von unserem Metzger. Dürfen Bücher bei Amazon bestellt oder müssten sie vom hiesigen Buchladen bezogen werden?

Was sind uns unsere Gastrobetriebe wert: Probieren wir zum Essen unter anderen das Parktheater, den Airport, den Grenchnerhof oder auch mal das Chappeli oder ziehen wir lieber die Toprestaurants in den Nachbarstädten vor? Wir bleiben nicht bloss wegen des Heimatschutzes vor Ort, sondern auch mit der Überlegung, was wäre, wenn wir hier keine solchen Angebote mehr vorfänden?

Betrachten wir als Vorschlag den Geldfluss mit einem Rechnungsbeispiel: Wenn wir Heizöl oder Erdgas zum Heizen beziehen, überweisen wir zwar den gesamten Betrag an den Energielieferanten, aber dieser muss ja seine Rohstoffe von einem internationalen Versorger beziehen. Falls unser Energielieferant in der Grössenordnung von 20–30% am Verkauf verdient, fliessen 70% und mehr des Geldes ins Ausland. Beziehen wir aber die Energie, wie zum Beispiel Holzschnitzel, vom lokalen Forstbetrieb, bleiben 100% der Geldmenge in unserem wirtschaftlichen Umfeld.

Nun ist ja bekannt, dass Produkte im nahen Ausland meistens billiger zu haben sind als vom hiesigen Produzenten. Daher stellt sich die Frage: Wenn wir öffentliche Gebäude wie Schulhäuser etc. mit Energie versorgen, darf das mit einheimischen Rohstoffen mehr kosten als mit importiertem Erdgas? Wir suchen im Moment beim Heizungsersatz Schulhaus IV und Parktheater nach einer Antwort auf diese Frage. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine nachhaltige Lösung mit einem möglichst geringen Aufschlag finden werden.

Die Anstrengungen für ein entsprechendes Resultat sind aber nicht unerheblich. Dabei hat sich mir die Frage nach dem Mehrwert des «Einheimischen» aufgedrängt. Für eine passende Antwort müssen wir mit gutem Gewissen an die nächste Generation denken können! Wenn wir nur noch die Erdbeeren und Spargeln aus Spanien kaufen, dann produziert sie hier bald niemand mehr. Ist es wirklich diese Realität, die wir wollen?

Zum Schluss möchte ich mich noch herzlich für die Wahl in den Gemeinderat bedanken. Neben der Ehre bedeutet mir dies auch eine Verpflichtung, mich für die Entwicklung der Stadt und der Region nach bestem Wissen und Gewissen einzusetzen. Ein regelmässiger Gang über den Markt und die Berücksichtigung der lokalen Geschäfte sind mir dabei seit langem ans Herz gewachsen.