«Wenn wir nicht nachziehen können, sehe ich schwarz», gibt Walter Loosli unverblümt zu. Das Kino Rex schreibt Verluste. Die Vorführungen werden manchmal nur noch von einer Handvoll Leute besucht. Der Zuschauerzuwachs, den sich Loosli nach dem ebenso prächtigen wie kostspieligen Umbau dieses Jahr erhofft hatte, ist ausgeblieben. Die Chance, dass das «Rex» in den kommenden Jahren weiter bestehen kann, schätzt Loosli auf «50:50».

Der Grund dafür: Loosli wurde von seinem Konkurrenten, Manuel Zach vom Kino Palace, abgehängt. Seit Oktober bietet Zach seine Filme nämlich in digitaler Qualität und 3-D an. Die Ironie daran: Eigentlich wollte Loosli auch Digitalkino einführen, und zwar noch vor der Konkurrenz. Doch jetzt fehlen die rund 150000 Franken für die Investition.

Nachziehen im nächsten Jahr?

Nicht nur, dass Loosli keine Filme in Digitalqualität zeigen kann, auch der Einkauf ist zu teuer. «Eine digitale Kopie ist 10-mal günstiger als eine althergebrachte», erklärt Loosli. Aber auch wenn es momentan schlecht aussehe, er werde das «Rex» um keinen Preis aufgeben. Anfang nächsten Jahres wird er sich mit der Besitzerfamilie zusammensetzen, und dann soll entschieden werden, ob, wann und wie man in die neue Technologie investieren kann. Das neue, umgebaute Kino kam bei den Leuten zwar gut an, sagt Loosli, schliesslich seien die Besucherzahlen aber unter den Erwartungen geblieben.

Positive Entwicklung im «Palace»

Konkurrent Zach kann Erfreulicheres berichten. Mit der Einführung von Digitaltechnik und 3-D ging «ein spürbarer Ruck durch Grenchen», sagt der Betreiber des Kinos Palace. Allein in den zweieinhalb Monaten seit der Einführung von 3-D waren die Einnahmen schon halb so hoch, wie in den ganzen neun vorhergehenden Monaten.

Da die Kinobranche gerade in ländlicheren Gegenden aber ohnehin mit abnehmenden Besucherzahlen zu kämpfen hat, will er noch nicht von einem guten Jahr reden. Es zeichne sich aber eine positive Tendenz ab. «Die neue Technologie wird sowohl von den Kunden wie auch von den Kinomitarbeitern sehr gut angenommen.» Gegen 13000 Kinobesucher zählt das «Palace» jährlich.

Stadt profitiert von grösseren Angebot

Schadenfreude kommt bei Zach nicht auf. Grenchen habe früher noch mehr Kinos gehabt. Und die Stadt könne vom grösseren Angebot nur profitieren. Konkurrenzkämpfe führe man hier nicht. Für Walter Loosli indes ist eines klar: «Ich gebe nicht auf. Ich werde versuchen, nächstes Jahr möglichst bald nachzuziehen.» Dann werde die Konkurrenz wieder das Nachsehen haben. «Ein so schönes Ambiente und eine so grosse Leinwand wie das Kino Rex hat sonst schliesslich keiner», so Loosli.