Waldschutz
Grenchner Wald wird zum Abfall-Hotspot

Mehr Menschen im Wald führt zu mehr Littering. Revierförster hat dafür kein Verständnis.

Jocelyn Daloz
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Corona hat bekanntlich viel mehr Menschen in den Wald getrieben, um nach Freizeitaktivitäten zu suchen. Was an sich zu begrüssen wäre, führt aber auch zu negativen Konsequenzen.

Zahlreiche lokale Berichte aus der ganzen Schweiz zeugen davon, dass das Littering zugenommen hat und sich der Abfall im Wald anhäuft. Das stellt auch Revierförster Patrik Mosimann in den Grenchner Wäldern fest. «Es gibt Leute, die offenbar so erzogen wurden, dass sie es ok finden, Zigaretten und Aludosen im Wald wegzuwerfen», sagt er erzürnt.

Auch Schutzmasken soll er viele auf dem Waldboden antreffen. Eine Schutzmaske oder Papiertaschen könne man ja mal verlieren aber Aludosen und Bierflaschen? Am schlimmsten ist es dort, wo Leute heranfahren können: Bei der Grenchenbergstrasse, bei Grillplätzen. Unternehmen können die Försterinnen und Förster nicht viel:

«Es gibt ein Gesetz für Littering und Leute könnten gebüsst werden. Aber das kommt nie vor: Die Polizei hat keine Kapazitäten, um im Wald zu patrouillieren.»

Ausserdem sei es schwierig, Leute bei der Tat zu erwischen: «Ich habe noch nie jemanden dabei beobachtet, wie er oder sie Abfall wegwirft.»

Das einzige, was bleibt, ist den Abfall aufzulesen. «Wir räumen auf, aber das ist immer mehr Aufwand - das sind zahlreiche Arbeitsstunden, die wir zusätzlich zu unserer normalen Arbeit machen. Aber ich kann es einfach nicht ertragen, wenn Abfall im Wald herumliegt», meint Mosimann.

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