«Dem Wald geht es gut», stellte Franz Schilt, Präsident der Bürgergemeinde Grenchen fest. Bei recht sommerlichen Wetter hatten sich recht viele Gäste, Bürger und Einwohner zur Waldbegehung im Talwald bei der Holzerhütte eingefunden.

Der Wald ist nicht nur Holzlieferant und Lebensraum für Pflanzen und Tiere, er hat auch eine kultisch-mythologische Bedeutung. Trotz heutiger Einbussen (schlechte Absatzkanäle und Eurokurs) kommen zu diesen Funktionen noch wichtige landeskulturelle und soziale Eigenschaften hinzu, unter anderem auch als Schutzwald und Erholungsraum.

«Laut dem schweizerischen Waldgesetz von 1876 wird das freie Betretungsrecht im Wald erwähnt. Das heisst», so der Revierförster Patrik Mosimann, «jeder hat das Recht, den Wald zu betreten und sich darin gesetzeskonform zu verhalten. Da immer mehr Menschen im Wald mit verschiedenen Tätigkeiten unterwegs sind, müssen wir unbedingt das Gesetz einhalten, Vernunft walten lassen und rücksichtsvoll mit der Natur und Tierwelt umgehen.» Patrik Mosimann appellierte an die Biker und Wanderer, dass man sich gegenseitig respektiert und nur die vorhandenen Wege benutzt. Strikte verboten sind Motocross, Ouad und im Winter die Schneetöffs.

Littering und Diebstahl

Auch das Abfallproblem habe stark zugenommen, insbesondere entlang von befahrbaren Strassen. «Hier kann ich nicht verstehen», sagte der Revierförster «dass nicht alle Waldbesucher das Gebiet so verlassen können, wie sie es angetreten haben.» Traurig sind die Diebstähle von Brennholz, die Anhäufung von Abfall bei den Feuerstellen und oft die mutwillige Zerstörungen. An Pfingsten wurde eine ganze Zwei-Meter-Bank samt Lehne aus Buchenholz entwendet. Für die Abfallentsorgung im Wald wendet der Forstbetrieb zirka 4000 Franken im Jahr auf. Doch unser Forstbetrieb hat sich das Ziel gefasst, der Bevölkerung einen sauberen Wald oder Grenchenberg zu präsentieren.

Dem Steinmannliweg entlang, genannt nach den von Renato Brizzi erstellten Steinfiguren, gings weiter. «Klimatisch haben einige Bäume Mühe mit der Wasserversorgung. Seit dem extremen Jahr 2003 haben wir noch keine Erholung erlebt», erläuterte der Revierförster. «Im Gegenteil, weitere sehr trockene Jahr sind gefolgt. Hier spüren wir das Absterben der Bäume von oben, das Wasser kommt nicht bis zum obersten Wipfel.»

Einiges hat sich geändert

Nach einem Zwischenstopp mit kühlem Mineralwasser erklärte Mosimann am Wasserlochweg das 52 Kilometer lange Waldstrassennetz. Grundsätzlich sind alle Wege für die Bewirtschaftung des Waldes und dessen Zugänglichkeit gebaut worden. Als die Motorisierung Einzug hielt, hat man viele Waldwege entsprechend breiter gebaut und besser in das Gelände gelegt. Dank diesem Ausbau ist heute der Wald sehr rationell zu bewirtschaften.

Gastreferent Martin Boss von der SWG erzählte am Reservoir Hochzone – dem ältesten der Stadt – Wissenswertes über die Trinkwasserversorgung. «Ohne Wasser kein Leben», warb Boss. «Die SWG bürgt für die einwandfreie Wasserqualität. Der Grossteil des Grenchner Trinkwassers stammt von den 22 erfassten Quellen aus dem Grenchenberg.» Der SWG-Vertreter liess auch verlauten, «insofern der Staat die Bewilligung erteilt, will die SWG am Büelenrank ein neues Hochzonenreservoir bauen». Bei der Rückkehr zur Holzerhütte gabs die obligate Bratwurst mit Tranksame, während der Jodlerklub Bärgbrünnli mit Jodellieder unterhielt.