Pascale Ris, Verantwortliche für Finanzen und Medien und Vizepräsidentin der Skilift Grenchenberg AG, hat schon auf dem Weg nach oben auf den Berg ein eher mulmiges Gefühl, wie sie sagt. «Von mir zu Hause aus sieht man gut, dass es bis weit hinauf geregnet hat», sagt die in Büren wohnhafte Frau, die seit rund 10 Jahren in der Skilift Grenchenberg AG aktiv ist. Dabei hatte die Saison doch so vielversprechend begonnen: Das erste Mal seit fünf Jahren konnte man den Betrieb der beiden Skilifte rechtzeitig auf den Ferienbeginn hin aufnehmen. Aber jetzt ist vorerst Pause mit Skifahren auf dem Berg.

Die Bergstrasse ist fast auf der ganzen Strecke schneefrei, im unteren Teil liegen einige Tannen am Boden neben der Strasse, die «Burglind» umgerissen hat. Weiter oben sind überall braune Flecken in den schneebedeckten Wiesen zu sehen. Die Warmfront, die den ersten Sturm des Winters mit sich brachte, hat den Schnee förmlich weggefressen. Und was nicht schmolz, wurde verregnet und zum Teil verfrachtet. Beim Restaurant Untergrenchenberg hatte man Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 142 Stundenkilometern gemessen.

Beim Skilift trifft Pascale Ris auf Christoph Rauber, den Präsidenten der AG und Tobias Freudiger, Verwaltungsrat und ehemaliger Betriebsleiter, der während der militärbedingten Abwesenheit des neuen Betriebsleiters Luca Rauber zeitweise dessen Aufgaben übernimmt. Die beiden haben den Zustand der Pisten überprüft und kommen zum Schluss, dass der Betrieb an diesem Wochenende auf keinen Fall aufgenommen werden kann.

Es bräuchte rund 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee und ein wenig Vorlaufzeit, um die Pisten zu präparieren, so Rauber. «Wenn man jetzt mit dem Pistenfahrzeug reinfährt, kann man gleich Kartoffeln ansähen», sagt Freudiger. Denn die Schneedecke ist an manchen Stellen dünn bis nicht mehr vorhanden. So beispielsweise bei der Abbügelstation des grossen Lifts und auf grossen Teilen des südwestlich gelegenen Hangs mit dem Kinderlift. Auch die Strasse, die zum Obergrenchenberg führt und die Piste quert, ist schneefrei.

Zwar könnte man Schnee von den Hängen neben der Piste hierhin verfrachten, aber damit wäre das grundsätzliche Problem noch nicht gelöst: die hohen Temperaturen. Das Thermometer zeigt nämlich aktuell 8 Grad, dies auf 1400 Metern Höhe. «Wir müssten jetzt Niederschlag und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haben, aber beides ist wohl in den nächsten Tagen nicht zu erwarten», sagt Rauber. «So ist nun mal die Natur», sagt Freudiger. Sie seien froh darüber, keine grösseren Sturmschäden zu verzeichnen. Denn abgesehen von einigen verschobenen Sicherheitskissen an den Masten blieb alles heil.

Pistenfahrzeug bewährt sich

Christoph Rauber macht sich auch jetzt schon Sorgen für das traditionelle Rennen des Skiklubs Selzach, das in 14 Tagen stattfinden sollte. «So wie die Wetterprognosen aussehen, werden wir wohl auch nächstes Wochenende den Betrieb nicht aufnehmen können. Das macht die Durchführung der Rennen eine Woche später sehr fraglich.»
Das neue Pistenfahrzeug, eine fünfjährige Occasionsmaschine, die vorher im graubündnerischen Laax im Einsatz war, hat sich bis jetzt offenbar bewährt. Der Gemeinderat hatte im September zugestimmt, ein Ersatzfahrzeug für die 29-jährige defekte Maschine zu mieten, die bisher im Einsatz war – mit einer Kaufoption.

«Das Fahrzeug ist mit einer starken Seilwinde ausgestattet», erklärt Freudiger. «Das ermöglicht es uns, die Piste nicht nur von oben nach unten zu präparieren wie bisher, sondern mit der Winde das Fahrzeug samt Schnee nach oben zu ziehen und so die Piste von unten nach oben zu präparieren. So lassen sich Löcher besser füllen und der Schnee wird viel kompakter an den Hang gepresst.» Nur: erst muss es schneien und etwas kälter werden ... Am Mittwoch will man entscheiden, wie es weitergehen soll.